Berater-Zoff um Diomande: Wird der Bayern-Transfer zum Problemfall?

Vjekoslav Keskic

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge beschäftigt sich der FC Bayern sehr intensiv mit Yan Diomande. Der 19-jährige Flügelstürmer von RB Leipzig gilt als konkreter Transferkandidat für den Sommer – sportlich ein Volltreffer, strategisch ein Spieler, der ins Münchner Anforderungsprofil passt. Doch ausgerechnet abseits des Platzes ist ein Problem entstanden, das eine Verpflichtung erheblich komplizieren könnte.

Diomande gehört zu den größten Shootingstars der laufenden Bundesliga-Saison. In 25 Einsätzen für Leipzig kommt der ivorische Nationalspieler auf 16 Scorerpunkte. Das hat nicht nur in Deutschland Aufmerksamkeit erzeugt. Auch international ist das Interesse groß, mehrere europäische Schwergewichte sollen ihn längst auf dem Zettel haben. Der FC Bayern ist dabei offenbar keineswegs nur ein Beobachter, sondern beschäftigt sich intensiv mit dem Offensivmann.

Beraterwechsel sorgt für Unruhe

Während Diomande auf dem Platz liefert, brodelt es hinter den Kulissen. Anfang Februar wechselte der Youngster seine Berateragentur und wird laut offizieller Pressemitteilung künftig von Roc Nation Sports vertreten. Die von US-Rapper Jay-Z gegründete Agentur betreut unter anderem Topstars wie Vinícius Jr. von Real Madrid – ein klares Signal, welche Dimension Diomandes Karriere inzwischen erreicht hat.

Allerdings ist der Wechsel alles andere als geräuschlos über die Bühne gegangen. Diomandes bisherige Agentur Maxidel Management will von einem sauberen Cut nichts wissen und betont, dass der Spieler weiterhin vertraglich an sie gebunden sei. Genau dieser Widerspruch ist der Auslöser für eine Auseinandersetzung, die nun richtig teuer und unangenehm werden könnte.

Juristische Schritte als Transfer-Bremse

Yan Diomande
Foto: IMAGO

Wie der britische Telegraph berichtet, droht der Beraterzoff zu eskalieren. Demnach hat Maxidel Management juristische Schritte gegen den Wechsel eingeleitet und besteht darauf, dass der Spieler „vertraglich gebunden bleibt“. Das ist nicht nur eine PR-Schlacht, sondern ein potenzielles Risiko für jeden Klub, der Diomande im Sommer verpflichten will.

Nach Informationen des Telegraph ist die unklare Beratersituation aktuell ein massives Hindernis auf dem Transfermarkt. Denn Vereine wie der FC Bayern, Tottenham Hotspur, Manchester United oder Liverpool wissen offenbar nicht, mit wem sie überhaupt rechtsverbindlich verhandeln dürfen – und wer am Ende in der Lage ist, eine Einigung rechtlich sauber abzuschließen. Solange diese Frage nicht geklärt ist, trägt jeder Interessent ein erhebliches juristisches Restrisiko.

Bayern vor heikler Abwägung

Für den FC Bayern kommt diese Entwicklung zur Unzeit. Diomande wäre sportlich hochattraktiv, weil er Tempo, Eins-gegen-eins-Qualität und Scorer-Output mitbringt – und gleichzeitig jung genug ist, um sich in München weiterzuentwickeln. Doch genau solche Deals leben von Klarheit, Tempo und sauberer Vertragslage. Wenn im Hintergrund ein Rechtsstreit schwelt, wird aus einem Talent-Transfer schnell ein Problemfall.

Heißt: Der FC Bayern wird Diomande weiter beobachten – aber vermutlich erst dann ernsthaft einsteigen, wenn der Beraterstreit endgültig geklärt ist. Bis dahin bleibt der Leipziger ein Name, der sportlich begeistert, aber juristisch Kopfzerbrechen bereitet.

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