Vor dem Klassiker in Dortmund: Bayern hat drei personelle Baustellen

Vjekoslav Keskic

Vor dem Bundesliga-Klassiker gegen Borussia Dortmund am kommenden Samstag muss Bayern-Trainer Vincent Kompany drei knifflige Personalfragen klären.

Der FC Bayern reist mit breiter Brust nach Dortmund. Mit einem Sieg im Signal Iduna Park könnten die Münchner die Meisterschaft zumindest vorentscheiden. Acht Punkte Vorsprung, dazu eine trainingsintensive Woche ohne internationale Belastung – die Ausgangslage spricht für das Team von Vincent Kompany. Während der BVB am Mittwochabend noch in Bergamo im Champions-League-Play-off gefordert ist, konnte der Rekordmeister gezielt regenerieren und nachjustieren.

„Wir gehen in jedes Spiel als Favorit, auch nächste Woche“, stellte Joshua Kimmich selbstbewusst klar. Und Aleksandar Pavlovic forderte, man müsse über die gesamte Spielzeit so auftreten wie in der ersten Halbzeit gegen Frankfurt. Doch bei aller Entschlossenheit bleiben vor dem Gipfel drei personelle Fragezeichen.

Torwartfrage: Neuer oder Urbig?

Jonas Urbig, Manuel Neuer
Foto: IMAGO

Nach seinem Muskelfaserriss in der Wade stand Manuel Neuer zu Wochenbeginn wieder auf dem Trainingsplatz. Noch ist offen, ob es bis Samstag für einen Einsatz reicht. Vertreter Jonas Urbig machte seine Sache gegen Frankfurt ordentlich, wirkte jedoch vor dem 2:3 nicht ganz entschlossen. In einem emotional aufgeladenen Klassiker könnte Neuers Erfahrung Gold wert sein. Der 39-Jährige hat unzählige Duelle in Dortmund bestritten – und häufig auf höchstem Niveau performt. Die Entscheidung dürfte erst kurz vor dem Anpfiff fallen.

Spannend wird es auch zu sehen, wer in Dortmund auf der linken Abwehrseite spielen wird. Alphonso Davies fällt mit einem Muskelfaserriss im hinteren rechten Oberschenkel wochenlang aus. Damit verpasst der Kanadier nicht nur den Klassiker, sondern voraussichtlich auch das Champions-League-Achtelfinale. Kompany muss improvisieren. Hiroki Ito und Josip Stanisic gelten als naheliegende Optionen für die linke Abwehrseite. Raphael Guerreiro oder sogar Tom Bischof wären offensivere Varianten. Konrad Laimer, zuletzt geschont, dürfte rechts verteidigen – könnte aber im Notfall auch links aushelfen. Flexibilität ist gefragt.

Wer übernimmt die Spielmacher-Rolle?

Jamal Musiala
Foto: IMAGO

Jamal Musiala stand gegen Frankfurt erstmals wieder in der Startelf und zeigte aufsteigende Form. „Ich muss wieder in den Rhythmus hereinkommen“, sagte er nach 78 Minuten Spielzeit. Kompany betonte jedoch, dass er dem 22-Jährigen noch keinen übermäßigen Druck auferlegen wolle. Angesichts der aktuellen Verfassung spricht einiges für Serge Gnabry als Starter im offensiven Zentrum, flankiert von Luis Díaz und Michael Olise. Musiala und Youngster Lennart Karl könnten als Joker für Impulse sorgen.

Klar ist: Bis auf Neuer und Davies kann Kompany personell aus dem Vollen schöpfe und hat damit die Qual der Wahl.

Teile diesen Artikel