Im Sommer 2024 wurde die Verpflichtung von Vincent Kompany beim FC Bayern vielerorts skeptisch gesehen. Der Belgier galt als Notlösung nach einer turbulenten Trainersuche. Knapp eineinhalb Jahre später hat sich das Bild komplett gewandelt. Kompany wird intern wie extern zunehmend als Glücksgriff wahrgenommen und könnte nach Einschätzung von Experten sogar eine ganze Ära beim deutschen Rekordmeister prägen.
Im Sky-Podcast „Mia san vier“ machten Felix Fischer und Torben Hoffmann deutlich, dass sie sich eine langfristige Zusammenarbeit inzwischen sehr gut vorstellen können. Fischer sprach davon, dass ein Verbleib von „fünf, sechs Jahren“ durchaus realistisch sei. Gerade beim FC Bayern, wo Trainerwechsel zuletzt fast schon zur Regel gehörten, wäre das bemerkenswert.
Hoffmann begründet diese Einschätzung vor allem mit Kompanys Qualität als Trainer. Der Belgier entwickle sich stetig weiter und habe gleichzeitig bereits eine klare sportliche Handschrift etabliert. Noch wichtiger sei jedoch sein Auftreten innerhalb des Klubs. Kompany gelte als empathisch, kommunikativ stark und verbindend. Laut Hoffmann habe Bayern „ein Glück“, einen Trainer zu haben, der fachliche Kompetenz mit menschlicher Stärke vereint.
Diese Eigenschaften wirken sich offenbar auch intern aus. Kompany habe den Verein „befriedet“, wie Hoffmann es formuliert. In einem Umfeld, das traditionell von hohen Erwartungen und unterschiedlichen Interessen geprägt ist, gilt das als entscheidender Faktor für Kontinuität.
Führungsstil als Schlüssel für langfristigen Erfolg

Fischer hob hervor, dass bislang kaum negative Stimmen über Kompany zu hören seien. Der Trainer kommuniziere klar, respektvoll und wertschätzend. Gleichzeitig könne er die Mannschaft auch scharfstellen, wenn es nötig sei. Genau diese Balance aus Nähe und Autorität gilt als moderner Führungsstil und scheint bei den Bayern-Spielern gut anzukommen.
Nach Einschätzung der Sky-Experten verbessert Kompany seine Spieler individuell und findet die richtige Ansprache. Er sei eben nicht nur ein Motivator, sondern auch ein klarer Taktiker. Diese Kombination macht ihn für einen langfristigen Aufbau besonders interessant.
Natürlich bleibt der Erfolg der entscheidende Faktor. Titel sind beim FC Bayern Pflicht. Doch gerade hier sehen die Beobachter keinen Widerspruch. Je erfolgreicher Kompany arbeite, desto wahrscheinlicher werde eine langfristige Zusammenarbeit. Externe Begehrlichkeiten könnten irgendwann entstehen, aktuell spricht jedoch vieles für Stabilität.
Noch ist es zu früh, von einer neuen Bayern-Dynastie zu sprechen. Doch die Voraussetzungen sind vorhanden. Kompany steht für sportliche Entwicklung, interne Geschlossenheit und einen Führungsstil, der Vertrauen schafft. Genau das könnte beim FC Bayern erstmals seit Jahren wieder für echte Kontinuität auf der Trainerbank sorgen.
