Drei Bayern-To-dos für den Klassiker: So knackt der FCB den BVB

Manuel Behlert

Am Samstagabend (18:30 Uhr, live bei Sky) ist es wieder so weit: Der deutsche Klassiker steht auf dem Programm. Der FC Bayern ist zu Gast bei Borussia Dortmund, der Tabellenführer reist zum Zweiten. 

Acht Punkte trennen beide Teams aktuell in der Bundesliga, hinzu kommt, dass der Rekordmeister ein klar besseres Torverhältnis hat. Das heißt im Umkehrschluss auch, dass es für den BVB selbst bei einem Sieg eine Mammutaufgabe wird, im Titelkampf einigermaßen eine Rolle zu spielen.

Doch die Schwarzgelben wollen definitiv versuchen, dem FC Bayern die zweite Saisonniederlage hinzuzufügen. Zumal der BVB bisher in der Liga auch nur gegen ein Team verloren hat, nämlich gegen die Elf von Trainer Vincent Kompany.

Und auch wenn Dortmund gerade aus einem 1:4 in Bergamo kommt und aus der Königsklasse ausgeschieden ist, sollte Bayern gewarnt sein. Die letzten vier Spiele waren eng, der FCB gewann nur eines dieser Duelle mit dem aktuell ersten Verfolger. In all diesen Spielen fanden die Dortmunder Mittel und Wege, um Bayern zumindest phasenweise unter Druck zu setzen, völlig unabhängig von der eigenen Form.

Es müssen also einige Dinge auf dem Platz erledigt werden, um in Dortmund einen Sieg einzufahren. Hier sind drei To-dos für den FC Bayern.

1. Aus den letzten BVB-Spielen lernen

Natürlich muss und will ein Team wie der FC Bayern erst einmal primär auf sich selbst schauen. Doch die letzten beiden Spiele der Dortmunder offenbarten Schwächen, die man beim BVB in den Wochen zuvor kaum bis gar nicht sah. Die Wingbacks, namentlich Julian Ryerson und Daniel Svensson, wackelten defensiv bedrohlich. Bei aller Qualität im Spiel nach vorne waren beide extrem anfällig. Schon in Leipzig kassierte der BVB zwei baugleiche Gegentore über die Ryerson-Seite. Fehlendes Doppeln, zu große Lücken zwischen den Wingbacks und der Dreierkette, zu langsames Reagieren: All das führte zur Gefahr.

Julian Ryerson
Foto: Getty Images

Und gegen Atalanta? Dort kassierte man nach nicht einmal fünf Minuten wieder ein Gegentor nach gleichem Muster. Wenn Ryerson alleine gelassen wurde, dann spielten die Bergamaschi gnadenlos in den Raum hinter ihn. Und auch bei den Flanken zwang man wie Wingbacks in die Verantwortung, zog diese weit auf den langen Pfosten, Ryerson flog unter einigen Hereingaben einfach durch. Interessant: Auch Yan Couto, der für Ryerson eingewechselt wurde, bekam die Seite nicht dicht. Das ist vor allem deswegen relevant, weil Ryerson im Klassiker gelbgesperrt fehlt und Couto spielen wird.

Für den FC Bayern gilt, dass man genau hier ansetzen muss. Die Klarheit beim BVB fehlt momentan in der Verteidigung von der Außenseite, unabhängig des Personals. Das bedeutet, dass Michael Olise und Luis Diaz, die vermutlich von Beginn an spielen werden, im Mittelpunkt stehen. Sie müssen versuchen, diese Lücken immer wieder zu beackern, brauchen Unterstützung von den Außenverteidigern. Ist das gegeben, dann ist schon einmal eine Grundlage vorhanden.

2. Vorsicht vor ruhenden Bällen

Der BVB ist aber auch nicht ohne jeden Grund auf Platz zwei. Es muss Dinge geben, die bei den Schwarzgelben sehr gut funktionieren. Die Standardsituationen gehören dazu, hier haben die Dortmunder in den letzten Wochen, wie auch nach Flanken aus dem Spiel heraus, einige Tore erzielt. Und Bayern war defensiv in den vergangenen Spielen häufig anfällig, auch beim 3:2 gegen Frankfurt am vergangenen Wochenende.

Ein Schlüssel zum Sieg wird es natürlich sein, den Dortmundern den Zahn in der Offensive zu ziehen. Neben einer guten Konterabsicherung ist es dabei auch besonders wichtig, die Standards des Gegners auf ein Minimum zu reduzieren, um Dortmund gar nicht erst die Möglichkeit zu geben, die eigenen Stärken dauerhaft auszuspielen. Es braucht also Klarheit in den eigenen Defensivaktionen, unnötige Fouls sollten vermieden werden.

3. Intensität als oberste Maxime

Der FC Bayern hat einen ganz entscheidenden Vorteil in diesem Spiel. Und zwar einen, den sonst eher die Gegner des Rekordmeisters haben. Bayern hat im Februar vier Pflichtspiele absolviert. Der BVB kommt auf sechs Pflichtspiele, spielte gerade zwei englische Wochen nacheinander und dazwischen in Leipzig. Zwei Auswärtsspiele in Folge musste Dortmund zudem in den letzten Tagen über sich ergehen lassen. Für Bayern, eine Mannschaft, extrem intensiv spielt und bei der viele Sprints pro Spiel eingeplant ist, kann das ein Segen sein.

Vincent Kompany
Foto: IMAGO

Bayern muss gegen den BVB die Intensität über die gesamte Spielzeit hochhalten, dann werden sich Vorteile ergeben. Einen Spannungsabfall wie gegen Frankfurt ab der Mitte der zweiten Halbzeit sollte man dringend vermeiden, weil das gegen jeden Gegner in der Bundesliga gefährlich werden kann. Die Intensität wird im Idealfall dazu führen, dass die Dortmunder Fehler machen, dass sie unkonzentriert werden, dass sich kleine Nachlässigkeiten einschleichen. Wird dann noch in den entscheidenden Momenten Intensität von der Bank nachgelegt, dann sieht es sehr gut aus.

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