Beim Bundesliga-Klassiker zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund rückten diesmal nicht nur die 90 Minuten in den Fokus. Die Südkurve München erhebt nach den Vorkommnissen rund um das Spiel schwere Vorwürfe gegen die Dortmunder Polizei. Beide Seiten schildern den Ablauf grundverschieden.
Schon vor Anpfiff war im Gästeblock des Signal Iduna Parks auffällig wenig Unterstützung zu hören. Weder große Banner noch Fahnen prägten das Bild, rund 500 Anhänger verfolgten die Partie nach Sky-Informationen außerhalb des Blocks. Hintergrund war ein Konflikt bei der Einlasskontrolle, bei dem es zu einem Zwischenfall kam. So kam es später auch zu einer etwas kuriosen Szene, als Musiala bei den Fans nachfragte, warum der Support eingestellt sei.
Die Polizei Dortmund erklärte später: „Nach ersten Erkenntnissen versuchten gegen 16:15 Uhr Teile der Gästefans, die Einlasskontrolle zu durchbrechen”. Weiter hieß es: „Gegen 29 Personen wurde ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch eingeleitet. Im Zuge der Personalienfeststellung kam es zu Solidarisierungshandlungen weiterer Gästefans und zu tätlichen Angriffen auf Polizeibeamte”. Zudem bestätigten die Beamten den Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken, die Ermittlungen dauerten an.
Südkurve spricht von „willkürlicher“ Gewalt
Die Stellungnahme zu den gestrigen Vorkommnissen! pic.twitter.com/EkqJ7v4WcC
— 𝗦𝗽𝗶𝗲𝗹𝗲𝗿𝘁𝗿𝗮𝗶𝗻𝗲𝗿 (@spielertrainer_) March 1, 2026
Die Südkurve München zeichnet in ihrer offiziellen Stellungnahme ein völlig anderes Bild. Darin ist von „schweren gewalttätigen Übergriffen der eingesetzten Polizeieinheit gegen Fans des FC Bayern“ die Rede. Nach einem „einzelnen Handgemenge“ mit einem Ordner sei die Situation zunächst beruhigt gewesen, anschließend „ging die Polizei unmittelbar und willkürlich gegen umstehende Fans vor. Nachdem sich diese Situation beruhigt hatte, eskalierte die Polizei die Situation mehrfach erneut.“
Laut der aktiven Fanszene seien Schlagstöcke und Reizgas ohne Not eingesetzt worden, Verletzungen habe man „bewusst in Kauf genommen“. Die Vorwürfe reichen von Knochenbrüchen bis zu schweren Reizungen der Augen und Atemwege. Besonders irritierend sei gewesen, dass ein Großteil der Beamten „auch deutlich optisch wie verbal ihren Gefallen an dem Angriff auf die Fans erkennen“ ließ.
Die unterschiedlichen Darstellungen prägen seit Samstagabend die Diskussion rund um das Topspiel. Während die Ermittlungen der Behörden laufen, bleibt die Atmosphäre zwischen Fans und Polizei angespannt. In den vergangenen Wochen und Monaten kam es im Rahmen von Fußballspielen immer wieder zu aus Sicht der Fans unverhältnismäßigen Polizeieinsätzen.
