Thomas Müller denkt über die Zeit nach seiner aktiven Karriere nach – und schließt eine Laufbahn als Trainer nicht aus. Im Interview mit dem kicker bestätigte die Klub-Ikone des FC Bayern, dass ihn der Gedanke grundsätzlich reizt. Konkrete Pläne jedoch gibt es bislang nicht.
„Ja“, antwortete der Weltmeister von 2014 auf die Frage, ob er sich eine Trainerkarriere vorstellen könne. Gleichzeitig machte der 36-Jährige deutlich, dass er sich bewusst Zeit lassen will. „Ich weiß nicht, welche Ausbildungswege ich beschreiten werde, wenn irgendwann mal die Fußballschuhe am Nagel hängen. Das wird auch davon abhängen, was ich mit etwas Abstand in mir spüre.“
Kein Schnellschuss nach der Karriere
Müller will zunächst klären, ob er überhaupt Teil der Fußballwelt bleiben möchte. „Will ich weiter Teil dieser Fußballwelt sein, die mir so viele Emotionen beschert hat? Wenn ja, will ich auf dem Rasen stehen?“ Gerade der Trainerjob bringe wenig Stabilität mit sich – abgesehen vom Jugendbereich.
Gleichzeitig betonte Müller, wie wichtig „Ausbilder“ im deutschen Fußball seien. Trainer, denen es nicht primär um die eigene Karriere gehe, sondern darum, Spieler zu formen und besser zu machen, würden dringend gebraucht.
Gerland-Vergleich? Müller bremst

Auf die Frage, ob er beim FC Bayern eines Tages in die Fußstapfen von Trainer-Ikone Hermann Gerland treten könnte, reagierte Müller zurückhaltend. „Wir unterscheiden uns ein bisserl als Typen“, erklärte er mit einem Lächeln. Eine klare Orientierung habe er aktuell nicht – und wolle sie sich auch noch nicht erzwingen.
„Ich habe nicht das Gefühl, dass es ganz schnell gehen muss“, sagte Müller. Er wolle sich nicht nebenbei eine Trainerlizenz sichern, nur um vorbereitet zu sein. Wenn er diesen Weg einschlage, dann bewusst und als eigenständigen Teil seiner Reise – ob im Fußball oder außerhalb.
Türen beim FC Bayern offen
Beim FC Bayern würden Müller nach seiner aktiven Karriere sicherlich alle Türen offenstehen. Das haben Verantwortliche in der Vergangenheit mehrfach betont. Doch auch hier bleibt der Offensivspieler gelassen. „Ich bin kein Ausschließer und liebe es aktuell, Spieler zu sein“, so Müller.
Sein Vertrag bei den Vancouver Whitecaps läuft noch bis Jahresende. Ob danach ein weiteres Kapitel als Spieler folgt oder langsam der Übergang in eine neue Rolle beginnt, ist offen. Klar ist nur: Müller will keine Entscheidung aus Gewohnheit treffen – sondern aus Überzeugung.

