„Sehr interessanter Spieler“: Nagelsmann öffnet WM-Tür für Bayern-Juwel Karl

Vjekoslav Keskic
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Lennart Karl sorgt beim FC Bayern weiterhin für Gesprächsstoff und das längst nicht mehr nur in München. Mit seinen mutigen Dribblings, seinem Tempo und seiner Unbekümmertheit hat sich der 18-Jährige in den vergangenen Monaten auch ins Blickfeld von Bundestrainer Julian Nagelsmann gespielt. Drei Monate vor dem Start der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada wird die Kaderfrage zunehmend konkreter – und Karls Name fällt inzwischen ernsthaft.


Noch gab es laut Karl selbst keinen direkten Kontakt zwischen ihm und dem Bundestrainer. Doch im Gespräch mit dem kicker äußerte sich Nagelsmann nun erstmals ausführlich zum Bayern-Youngster – und machte deutlich, dass er ihn genau beobachtet.

„Lennart hatte eine super-stabile Zeit. Jetzt struggelt er gerade so ein wenig – auch, weil ein Jamal Musiala wieder fit ist“, erklärte Nagelsmann. Die reduzierte Spielzeit beim FC Bayern sei nachvollziehbar, ändere jedoch nichts an der grundsätzlichen Einschätzung.

Profil mit Seltenheitswert

Lennart Karl
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Nagelsmann hob vor allem Karls Spielertyp hervor. „Er ist ein sehr interessanter Spieler, auch von seinem Profil, weil er oft ins Eins-gegen-eins geht, von rechts nach innen auf seinen linken Fuß ziehen kann und schwer zu greifen ist.“ Genau diese Unberechenbarkeit könne bei einem Turnier den Unterschied ausmachen.

Gleichzeitig stellte der Bundestrainer klar, dass Karl kein Stammspieler beim FC Bayern sein müsse, um für die WM infrage zu kommen. „Ich habe nicht den Anspruch, dass er Stammspieler wird, um dann bei der WM dabei zu sein. Denn das wird er nicht.“ Entscheidend sei vielmehr der Rhythmus – und vor allem das Selbstvertrauen.

Jugendlicher Mut statt „graue Maus“

Nagelsmann formulierte deutlich, worauf es ankommt: Karl dürfe im DFB-Team nicht zur „grauen Maus“ werden. Wenn er nominiert werde, müsse er seine jugendliche Frische und Frechheit einbringen. Andernfalls könne man auch auf erfahrene, verlässliche Profis setzen.

Für den FC Bayern bedeutet das: Jede Minute auf dem Platz könnte für Karl in den kommenden Wochen doppelt zählen. Der Konkurrenzkampf in der Münchner Offensive ist hart, vor allem seit Musiala wieder voll einsatzfähig ist. Doch selbst als Ergänzungsspieler kann der 18-Jährige offenbar genügend Argumente sammeln, um sich ein WM-Ticket zu sichern.

Die Botschaft des Bundestrainers ist klar: Die Tür ist offen. Jetzt liegt es an Karl, mit Energie, Mut und Konstanz weiter Druck zu machen – in München und vielleicht bald auch im DFB-Trikot auf der größten Bühne des Weltfußballs.

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