Leon Goretzka spielt beim FC Bayern längst nicht mehr die Rolle, die er noch vor wenigen Jahren innehatte. Unter Vincent Kompany ist der 31-Jährige meist nur noch Ergänzungsspieler, sein Stammplatz im zentralen Mittelfeld ist verloren gegangen. Mit Blick auf die bevorstehende Weltmeisterschaft 2026 schien diese Entwicklung seine Perspektive im DFB-Team zu trüben.
Doch Bundestrainer Julian Nagelsmann sieht die Situation deutlich entspannter.
Trotz der starken Konkurrenz im deutschen Mittelfeld stärkt der 38-Jährige dem Bayern-Profi im Gespräch mit dem kicker demonstrativ den Rücken. Zwar verfüge Deutschland mit Angelo Stiller, Felix Nmecha, Aleksandar Pavlovic, Pascal Groß oder Robert Andrich über zahlreiche Optionen im Zentrum – doch ein bestimmtes Profil fehle nahezu komplett.
Goretzkas Physis als Trumpf

Nagelsmann machte deutlich, dass er im deutschen Spielerkader einen physisch starken, kopfballgefährlichen Sechser vermisst. „Wir vermissen in Deutschland schon einen richtig stabilen, zweikampfstarken Sechser – auch in der Luft“, erklärte er. Viele Kandidaten seien spielstark und ballsicher, bräuchten aber häufig einen klaren Partner neben sich.
Genau hier kommt Goretzka ins Spiel. Der Bayern-Profi bringe eine Wucht mit, gehe konsequent in den Strafraum und sei bei langen Bällen ein entscheidender Faktor. „Stand jetzt wird Leon Goretzka, trotz weniger Spielzeit bei Bayern, gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle zu haben wie in der WM-Quali“, betonte Nagelsmann.
Als Beispiel nannte er das Spiel gegen Nordirland, in dem Goretzka mit seiner Kopfballstärke entscheidend gewesen sei. Gerade bei Turnieren, in denen es enge Phasen und viele zweite Bälle gebe, könne dieses Profil den Unterschied ausmachen.
Luxusproblem im Mittelfeld
Während Nagelsmann auf anderen Positionen mit personellen Sorgen kämpft, herrscht im Zentrum beinahe Überfluss. Selbst Joshua Kimmich, der grundsätzlich ebenfalls als Sechser infrage käme, ist auf der rechten Abwehrseite eingeplant – auch perspektivisch für die WM 2026.
Für Goretzka bedeutet das: Seine Rolle beim FC Bayern mag geschrumpft sein, sein Standing beim Bundestrainer ist es offenbar nicht. Entscheidend ist für Nagelsmann nicht allein die Spielzeit, sondern das taktische Profil und die strategische Bedeutung im Turnierkontext.

