Der FC Bayern hat mit dem 3:2-Erfolg im Klassiker gegen Borussia Dortmund wohl die Vorentscheidung im Meisterrennen herbeigeführt. Elf Punkte Vorsprung, nur noch wenige Spieltage – die Schale scheint den Münchnern kaum noch zu nehmen zu sein. Joshua Kimmich formulierte es selbstbewusst: „Das werden wir nicht mehr abgeben.“ Ex-DFB-Star Toni Kroos sieht jedoch eine eklatante Schwäche beim FCB.
Während in der Bundesliga alles nach Titelverteidigung aussieht, erkennt Toni Kroos eine Entwicklung, die für den weiteren Saisonverlauf gefährlich werden könnte – vor allem mit Blick auf die Champions League.
Bayern zählt für Kroos zu den Topfavoriten
In seinem Podcast Einfach mal Luppen ordnet der Weltmeister von 2014 seinen Ex-Klub klar ein: „Bayern mischt in der Riege derjenigen Klubs mit, die das gewinnen können.“ Für Kroos gehört der FCB trotz zwischenzeitlicher Schwankungen zu den ernsthaften Anwärtern auf den Henkelpott.
Die Phase mit kleineren Problemen zu Jahresbeginn bewertet er gelassen. „Diese Phase haben in Europa alle“, erklärt Kroos und verweist auf Ausrutscher von Arsenal, Barcelona oder Paris Saint-Germain. Zudem haben die Münchner wettbewerbsübergreifend zuletzt fünf Siege in Serie eingefahren – die Formkurve zeigt wieder nach oben.
Im Achtelfinale wartet mit Atalanta Bergamo zwar ein unangenehmer Gegner, doch Kroos sieht darin keinen echten Stolperstein für die Bayern.
Standards als Achillesferse

Trotz aller Anerkennung spricht Kroos eine klare Warnung aus. „Bayern bekommt sehr viele Gegentore nach Standards“, analysiert er. „Es ist ungewöhnlich viel und kann dir eine eigentlich gute Saison schnell beenden.“
Die Zahlen geben ihm recht: Beim Klassiker in Dortmund kassierte der FCB bereits sein siebtes Bundesliga-Gegentor nach einem ruhenden Ball. Bei insgesamt 23 Gegentreffern entspricht das nahezu einem Drittel – eine auffällige Quote.
„Dortmund hat eine Schwäche der Bayern aus den letzten Wochen ausgenutzt“, betont Kroos. Besonders in der K.-o.-Phase der Champions League könne das fatale Folgen haben. Gegen Teams wie Manchester City, Real Madrid oder Paris Saint-Germain entscheiden häufig Details – und Standards gehören längst zu den wichtigsten Waffen im modernen Spitzenfußball.
Kroos weiß aus eigener Erfahrung, wie spielentscheidend solche Situationen sein können. Im Champions-League-Finale 2024 bereitete er per Ecke die Führung für Real Madrid vor – am Ende stand ein 2:0-Sieg gegen Dortmund.
„Beim FC Bayern ist im negativen Sinne eine Tendenz zu erkennen“, mahnt der 34-Jährige. Noch sei Zeit, gegenzusteuern, doch die Problematik müsse ernst genommen werden.
Schon am Freitag gegen Borussia Mönchengladbach bietet sich die nächste Bewährungsprobe. Die Fohlen gehören mit 13 Standardtoren zu den stärksten Teams der Liga in dieser Disziplin. Für den FC Bayern wird es darum gehen, nicht nur offensiv zu glänzen, sondern auch diese potenzielle Schwachstelle konsequent zu schließen.

