Der FC Bayern marschiert souverän durch die Bundesliga und hat sogar den legendären 101-Tore-Rekord aus der Saison 1971/72 im Blick. Doch während sportlich vieles rundläuft, steht Trainer Vincent Kompany vor einer kniffligen Personalfrage – ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Saison.
Wie der kicker berichtet, hat der Belgier aktuell ein echtes Luxusproblem im offensiven Mittelfeld. Hinter dem gesetzten Angriffstrio Luis Diaz, Harry Kane und Michael Olise gibt es gleich mehrere Kandidaten für die Position auf der Zehn.
Mit Serge Gnabry, Jamal Musiala und Shootingstar Lennart Karl drängen gleich drei Spieler auf Einsatzminuten.
Gnabry derzeit leicht vorne
Ein Hinweis auf die aktuelle Rangordnung zeigte sich zuletzt im Bundesliga-Topspiel beim 3:2-Auswärtssieg gegen Borussia Dortmund. Dort setzte Kompany zunächst auf Serge Gnabry in der Startelf.
Der 30-Jährige lieferte eine solide Leistung ab, ehe er nach rund einer Stunde durch Jamal Musiala ersetzt wurde. Youngster Lennart Karl hingegen blieb über die gesamte Spielzeit auf der Bank.
Für den kicker ist die Startelf-Nominierung von Gnabry ein klares Signal: Aktuell scheint der erfahrene Offensivspieler im internen Konkurrenzkampf leicht die Nase vorn zu haben.
Karl und Musiala drängen auf mehr Spielzeit

Ganz einfach ist die Situation für Kompany dennoch nicht. Vor allem Karl hat sich in dieser Saison mit starken Leistungen in den Fokus gespielt.
Der 18-Jährige gehört zu den größten Überraschungen der laufenden Spielzeit. Mit seinen Dribblings, seiner Unbekümmertheit und wichtigen Scorerpunkten hat er sich nicht nur in die Herzen der Fans gespielt, sondern auch sportlich empfohlen.
Dass er ausgerechnet im Klassiker komplett ohne Einsatz blieb, dürfte dem Youngster kaum gefallen haben. Schließlich sind seine Ansprüche nach seinem rasanten Aufstieg deutlich gestiegen.
Musiala soll wieder der Unterschiedsspieler werden
Hinzu kommt Jamal Musiala. Der Offensivstar arbeitet nach seiner schweren Verletzung aus der Klub-WM weiter an seiner Topform.
Beim FC Bayern genießt der 23-Jährige weiterhin großes Vertrauen. Schließlich gilt er nach seiner langfristigen Vertragsverlängerung als eines der Gesichter der Zukunft des Vereins.
An der Säbener Straße ist man bereit, Musiala die notwendige Zeit zu geben, um wieder sein bestes Niveau zu erreichen. Gerade in den entscheidenden K.o.-Spielen in der Champions League und im DFB-Pokal soll er erneut zum Unterschiedsspieler werden.
Genau darin sieht der kicker das eigentliche Dilemma für Kompany. Um Musiala wieder vollständig in Form zu bringen, braucht er möglichst viele Einsatzminuten – idealerweise sogar in der Startelf.
Doch genau das würde zwangsläufig zulasten von Gnabry oder Karl gehen, die in dieser Saison ebenfalls überzeugt haben.
Für Kompany beginnt damit eine schwierige Abwägung: Setzt er auf Erfahrung mit Gnabry, auf die jugendliche Dynamik von Karl – oder fördert er gezielt das Comeback von Musiala, der langfristig als Schlüsselspieler des FC Bayern gilt?

