Der FC Bayern befindet sich klar auf Meisterkurs. Nach dem 3:2-Erfolg im Klassiker gegen Borussia Dortmund haben die Münchner ihren Vorsprung auf elf Punkte ausgebaut und sind der 35. Meisterschaft der Vereinsgeschichte einen großen Schritt nähergekommen. Während viele Fans und Experten bereits fest mit dem Titel rechnen, tritt Trainer Vincent Kompany auf die Euphoriebremse.
Der Belgier machte auf der Spieltags-Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach deutlich, dass beim Rekordmeister weiterhin volle Konzentration gefragt ist. „Wir hatten schon mal elf Punkte Vorsprung und wissen, wie schnell sich das ändern kann“, betonte Kompany. Für ihn zählt vor allem eines: der Fokus auf die eigene Leistung.
„Wir schauen nur auf unsere Leistung und auf unsere Siege. Ich habe einmal nach dem Spiel gegen Dortmund auf die Tabelle geschaut, das hat gut ausgesehen. Aber danach zählte nur wieder Gladbach. Das klingt nach Klischee, ist bei mir aber eine Lebensart.“
Kompany freut sich auf intensive Wochen
Während der FC Bayern zuletzt einen vergleichsweise entspannten Spielrhythmus hatte, stehen im März wieder zahlreiche englische Wochen auf dem Programm. Für Kompany ist genau das jedoch der normale Alltag eines Topklubs.
„Wir sind das gewohnt. Das Komische war eher, als wir mal keine englischen Wochen hatten und einen Sonntag genießen konnten“, erklärte der Bayern-Coach.
Der 39-Jährige sieht den Kader der Münchner bestens gerüstet für die bevorstehenden Belastungen. „Was auf uns zukommt, ist das, was wir gewohnt sind. Wir haben den Kader, um diese Spiele zu spielen. Wenn wir wenige Spiele haben, gibt es Spieler, die nur wenige Minuten bekommen – so ist es jetzt anders. Dafür ist unser Kader gebaut.“
Mehr Spiele bringen mehr Rhythmus

Gerade für einige Spieler könnte die intensivere Phase sogar ein Vorteil sein. Laut Kompany gibt es aktuell nur wenige Akteure, denen aufgrund der zuletzt geringeren Spielanzahl ein gewisser Rhythmus fehlt. „Wenn ich das objektiv bewerte, gibt es vielleicht zwei Spieler, die weniger Rhythmus haben, weil wir weniger Spiele hatten. Das wird sich wieder drehen in den nächsten drei, vier Wochen.“
Sorgen um die Fitness seiner Mannschaft hat der Bayern-Trainer ohnehin nicht. „Ich mache mir keine Sorgen über die Fitness unserer Jungs. Die Jungs sind bereit, wir haben uns mental vorbereitet auf die englischen Wochen plus Nationalmannschaft.“
Für Kompany bedeuten die kommenden Wochen zwar mehr Arbeit, gleichzeitig sieht er darin aber auch einen Vorteil. „Es ist für mich als Trainer mehr Arbeit, aber es macht es auch einfacher, weil die Jungs wissen, dass ihre Momente kommen.“
Eines ist klar: Trotz komfortabler Tabellenführung bleibt der Anspruch beim FC Bayern unverändert hoch – und Kompany sorgt dafür, dass seine Mannschaft den Fokus bis zum Saisonende nicht verliert.

