Julian Nagelsmann hat mit seinem jüngsten Interview über den deutschen WM-Kader eine breite Debatte ausgelöst. Auch beim FC Bayern wurden die Aussagen des Bundestrainers aufmerksam verfolgt. Nun hat sich Bayern-Coach Vincent Kompany zu den viel diskutierten Aussagen geäußert.
Der 39-Jährige nahm dabei vor allem Stellung zu den Aussagen über Leon Goretzka. Nagelsmann hatte im Interview mit dem kicker betont, dass der Bayern-Profi trotz seiner aktuell geringeren Einsatzzeiten beim Rekordmeister gute Chancen auf einen Platz im deutschen WM-Kader habe.
„Es wird Entscheidungen geben, die vermutlich nicht auf supergroßes Verständnis stoßen“, erklärte der Bundestrainer im Hinblick auf die Zusammenstellung seines Aufgebots.
Kompany reagiert mit Humor
Vincent Kompany nahm die Diskussion zunächst mit einem Augenzwinkern auf. Auf die Frage nach Nagelsmanns Aussagen über Goretzka sagte der Bayern-Trainer scherzhaft: „Bei mir würden alle Bayern-Spieler in den Nationalmannschaften gesetzt sein.“
Gleichzeitig machte der Belgier deutlich, dass er die Situation nicht als Widerspruch empfindet. Dass Goretzka beim FC Bayern aktuell keine durchgehend zentrale Rolle spielt, während er beim DFB-Team gute Chancen auf Einsätze hat, sei aus seiner Sicht kein Problem. „Wie Julian kommuniziert, ist seine Entscheidung – aber meine Rolle bei Bayern ist, was wir im Verein erreichen können“, erklärte Kompany.
Der Bayern-Coach unterstrich zudem, dass seine volle Aufmerksamkeit weiterhin dem Tagesgeschäft beim Rekordmeister gilt. Die Debatten rund um den WM-Kader des DFB spielen für ihn aktuell keine große Rolle. „Dass ich unseren Jungs vertraue, ist zu hundert Prozent sicher“, betonte Kompany.
Für den Belgier steht vor allem der Fokus innerhalb der Mannschaft im Vordergrund. Diskussionen von außen sollen die Arbeit an der Säbener Straße möglichst wenig beeinflussen.
Kompany will die „Bayern-Blase“ schützen

Kompany sprach in diesem Zusammenhang auch von der sogenannten „Bayern-Blase“, die er bewusst schützen möchte. Damit meint er das Umfeld innerhalb der Mannschaft, in dem es ausschließlich um Leistung und Ergebnisse geht.
„Was mir wichtig ist, ist unsere Blase. Es geht nicht nur um Kommunikation von Fans und Medien, sondern um den Gesamtfokus“, erklärte der Bayern-Coach.
Die Botschaft des Trainers ist dabei eindeutig: Entscheidend ist allein, was auf dem Platz passiert. „Wir haben heute Training, da müssen sie alles zeigen. Morgen im Spiel auch. Alles andere ist für mich nicht so wichtig. Alles wird auf dem Platz gelöst, nicht daneben.“

