Der FC Bayern muss im Bundesliga-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach auf seinen wichtigsten Torjäger verzichten. Harry Kane fällt kurzfristig aus und zwingt Trainer Vincent Kompany zu einer personellen Umstellung in der Offensive.
Der Engländer laboriert an einer Blessur an der Wade. „Harry hat einen Schlag auf seine Wade bekommen und hat sich noch nicht erholt“, erklärte Kompany auf der Pressekonferenz vor der Partie. Gleichzeitig gab der Bayern-Coach Entwarnung: „Nichts Ernsthaftes für die nächste Zeit.“
Damit dürfte Kane für das Champions-League-Achtelfinale gegen Atalanta Bergamo wieder zur Verfügung stehen. Gegen Gladbach jedoch muss der Rekordmeister ohne seinen Top-Torjäger auskommen.
Nicolas Jackson als naheliegende Lösung
Auf dem Papier wäre Nicolas Jackson die logischste Option. Der Senegalese wurde im vergangenen Sommer genau für solche Situationen verpflichtet – als Backup für Kane.
Allerdings spielte der 24-Jährige zuletzt kaum eine Rolle. Seit Anfang Dezember kam Jackson nur zweimal auf mehr als 22 Einsatzminuten. Nach seinem Einsatz beim Afrika-Cup im Januar fand er unter Kompany bislang nur schwer wieder in den Rhythmus.
Auch sportlich konnte er bislang nur bedingt überzeugen. Vor allem im Kombinationsspiel tat sich Jackson häufig schwer, während seine Stärken im Umschaltspiel beim dominanten Ballbesitzstil der Bayern selten zur Geltung kommen.
Trotzdem könnte er gegen Gladbach eine neue Chance erhalten.
Gnabry, Musiala oder Díaz als Alternativen

Sollte Kompany nicht auf Jackson setzen, müsste er auf eine positionsfremde Lösung ausweichen.
Eine Möglichkeit wäre Serge Gnabry. Der Nationalspieler wurde bereits in der Vergangenheit gelegentlich als Kane-Vertreter eingesetzt. Gnabry ist stark im Kombinationsspiel und kann sich häufig fallen lassen, um das Offensivspiel zu verbinden.
Auch Jamal Musiala wäre eine Option. Der 23-Jährige spielte in der Vergangenheit mehrfach als sogenannte „falsche Neun“. Gegen tief stehende Gegner könnte seine enge Ballführung dabei helfen, Räume für die Flügelspieler zu öffnen.
Eine weitere Variante wäre Luis Díaz. Der Kolumbianer spielte bereits bei Liverpool zeitweise im Sturmzentrum und sammelte auf dieser Position durchaus gute Statistiken. Dennoch gilt er auf dem Flügel als deutlich stärker.
Chance für Lennart Karl?
Durch mögliche Umstellungen könnte auch Bayern-Youngster Lennart Karl wieder eine Rolle spielen. Der 18-Jährige kam zuletzt in zwei Spielen in Folge nicht zum Einsatz.
Trainer Vincent Kompany hatte zuletzt jedoch betont, dass er weiterhin großes Vertrauen in den jungen Offensivspieler hat.
Mit Blick auf den komfortablen Vorsprung in der Bundesliga könnte sich für Karl nun eine Gelegenheit ergeben, wieder mehr Spielzeit zu sammeln.
Fest steht: Der Ausfall von Harry Kane sorgt beim FC Bayern für ungewohnte personelle Fragen im Sturm. Gleichzeitig ermöglicht das Gladbach-Spiel Kompany, neue Varianten für die Offensive auszuprobieren – bevor es wenige Tage später in der Champions League gegen Atalanta Bergamo wieder ernst wird.

