„Zukunft im deutschen Tor“: Weidenfeller fordert Urbig im WM-Kader

Tim Schoster
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Der Konkurrenzkampf im Tor der deutschen Nationalmannschaft nimmt langsam Fahrt auf. Während Bundestrainer Julian Nagelsmann seine Planungen für die Weltmeisterschaft 2026 vorantreibt, hat sich nun Ex-Nationalkeeper Roman Weidenfeller überraschend deutlich zur möglichen Torhüter-Hierarchie geäußert – und dabei auch Bayern-Torwart Jonas Urbig ins Spiel gebracht.


Der 22-Jährige steht beim FC Bayern eigentlich im Schatten von Manuel Neuer, rückte zuletzt jedoch stärker in den Fokus. Grund dafür ist die Verletzungssituation des Bayern-Kapitäns, der mehrere Wochen pausieren musste und sich zuletzt beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach erneut verletzte.

Weidenfeller plädiert für Urbig im WM-Kader

Beim SPORT1-Doppelpass sprach sich Weidenfeller klar dafür aus, Urbig bereits für die Weltmeisterschaft zu nominieren. „Ich würde Jonas Urbig mitnehmen zur Weltmeisterschaft, weil er das Alter und das Talent dazu hat, in Zukunft deutscher Nationaltorwart zu werden – aber nicht als Nummer 1 für die WM“, erklärte der Weltmeister von 2014.

Der ehemalige BVB-Keeper sieht im Bayern-Torhüter vor allem großes Entwicklungspotenzial und glaubt, dass Urbig langfristig eine wichtige Rolle im DFB-Team spielen könnte.

Auch zur möglichen Hierarchie im deutschen Tor äußerte sich Weidenfeller deutlich. Für ihn steht Oliver Baumann aktuell klar an der Spitze. „Nummer eins ist Baumann, klar. Dann Nübel und Urbig. Du kannst dich darüber streiten, ob du Urbig auf die Zwei packst und Nübel dahinter“, erklärte der frühere Nationalspieler.

Baumann spielt derzeit eine starke Saison mit der TSG Hoffenheim und gehört zu den konstantesten Torhütern der Bundesliga.

Klare Worte zu ter Stegen

Marc-André ter Stegen
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Deutlich kritischer äußerte sich Weidenfeller hingegen zur Situation von Marc-André ter Stegen. Der aktuell an den FC Girona ausgeliehene Torwart fällt wegen einer Oberschenkelverletzung mehrere Wochen aus.

Für den früheren Dortmunder ist die Ausgangslage deshalb eindeutig. „Ter Stegen hat keine Chance“, sagte Weidenfeller.

Der 33-Jährige kam in der Hinrunde beim FC Barcelona nur selten zum Einsatz und sammelt auch nach seinem Wechsel nach Girona bislang kaum Spielpraxis.

Weidenfeller vermutet zudem, dass Bundestrainer Nagelsmann bereits eine klare Tendenz im Tor hat. „Ich glaube, dass Nagelsmann sehr festgelegt ist, weil sich die beiden schon aus Hoffenheimer Zeiten kennen. Sie haben ein gewisses Vertrauensverhältnis“, erklärte der Ex-Nationalkeeper.

Damit bringt Weidenfeller eine spannende Diskussion ins Rollen: Während Oliver Baumann aktuell als Favorit auf die Nummer eins gilt, könnte Bayern-Keeper Jonas Urbig schon bei der kommenden Weltmeisterschaft erstmals eine Rolle im DFB-Team spielen.

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