Der FC Bayern hat mit dem 6:1-Erfolg bei Atalanta Bergamo ein klares Statement in der Champions League gesetzt. Der deutliche Sieg wurde jedoch von einer bitteren Nachricht überschattet: Torwart Jonas Urbig hat sich bei einem Zusammenprall verletzt und wird den Münchnern vorerst fehlen.
Der 22-Jährige prallte in der Nachspielzeit der Partie im eigenen Strafraum mit dem Bein von Atalanta-Stürmer Nikola Krstovic zusammen. Urbig blieb anschließend benommen liegen und musste gestützt vom Feld geführt werden.
Nach der Partie wurde der Bayern-Keeper direkt aus dem Stadion in eine Klinik gebracht. Dort wurde er genauer untersucht.
Sportvorstand Max Eberl hatte bereits kurz nach Abpfiff erklärt: „Er ist ein bisschen benebelt gerade, er hat natürlich jetzt Riesen-Kopfschmerzen.“
Auch Vorstandschef Jan-Christian Dreesen bestätigte wenig später den Verdacht auf eine Kopfverletzung. „Jonas Urbig ist gerade im Krankenhaus, es wird eine Bildgebung gemacht. Es gibt den Verdacht auf eine Gehirnerschütterung“, sagte der Bayern-Boss.
FCB-intern rechnen die Münchner derzeit damit, dass Urbig acht bis zehn Tage pausieren muss, wie die BILD berichtet. Damit dürfte der Keeper sowohl das Bundesliga-Spitzenspiel bei Bayer Leverkusen als auch das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen Atalanta Bergamo verpassen.
Wann genau Urbig wieder einsatzbereit sein wird, hängt vor allem vom weiteren Heilungsverlauf ab.
Ulreich rückt wieder in den Fokus

Die Situation bringt den FC Bayern plötzlich in eine schwierige Lage im Tor. Stammtorhüter Manuel Neuer fällt weiterhin wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade aus.
Damit rückt nun wieder Sven Ulreich in den Mittelpunkt. Der 37-Jährige ist aktuell die einzige erfahrene Option für das Bayern-Tor und dürfte in den kommenden Spielen zwischen den Pfosten stehen. Ulreich kam in der laufenden Saison bislang noch nicht zum Einsatz, weil sich Neuer und Urbig die Einsätze bislang aufgeteilt hatten.
Sein letzter Pflichtspieleinsatz liegt bereits länger zurück. Zuletzt stand der Routinier im September 2024 beim 5:0-Auswärtssieg in Bremen im Bayern-Tor.
Für genau solche Situationen haben die Bayern den Vertrag mit Ulreich im vergangenen Jahr noch einmal verlängert. Der erfahrene Keeper gilt intern als verlässliche Absicherung hinter den Stammkräften.
Bereits in der Vergangenheit hatte Ulreich mehrfach bewiesen, dass er in schwierigen Situationen einspringen kann. Besonders in der Saison 2017/18, als Manuel Neuer lange verletzt ausfiel, absolvierte er 29 Bundesliga-Spiele und half den Münchnern bis ins Halbfinale der Champions League.
Auch deshalb vertrauen die Verantwortlichen darauf, dass Ulreich nun erneut stabil liefern kann.
Torwart-Talente als Backup
Hinter Ulreich werden die Bayern in den kommenden Spielen voraussichtlich auf ein Nachwuchstalent setzen müssen.
Die besten Chancen auf einen Platz auf der Ersatzbank haben derzeit Jannis Bärtl aus der zweiten Mannschaft sowie U19-Torwart Leonard Prescott. Beide trainieren bereits regelmäßig bei den Profis mit.
Damit wird deutlich: Trotz des Gala-Auftritts in Bergamo steht der FC Bayern jetzt vor einer unerwarteten Herausforderung – zumindest zwischen den Pfosten.

