Vertrauensfrage in der Chefetage: Eberl-Zukunft beim FC Bayern bleibt offen

Vjekoslav Keskic
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Beim FC Bayern stehen in den kommenden Monaten wichtige Personalentscheidungen in der Führungsetage an. Während die Zukunft von Vorstandschef Jan-Christian Dreesen und Sportdirektor Christoph Freund relativ klar scheint, wird intern offenbar intensiv über die Zukunft von Sportvorstand Max Eberl diskutiert.


Wie die Sport BILD berichtet, ist eine Vertragsverlängerung des 52-Jährigen derzeit keineswegs sicher.

Die jüngste Aufsichtsratssitzung des FC Bayern fand Ende Februar statt. Konkrete Gespräche über die Verträge von Jan-Christian Dreesen und Max Eberl, die beide noch bis zum 30. Juni 2027 laufen, standen dabei allerdings noch nicht auf der Agenda.

Klar ist jedoch: Spätestens in der kommenden Saison muss sich der Klub mit der Zukunft seiner Führungsetage befassen. Auch der Vertrag von Sportdirektor Christoph Freund läuft zu diesem Zeitpunkt aus.

Laut dem Bericht sind die Chancen auf eine Vertragsverlängerung für Eberl derzeit etwa 50:50. Ein Grund dafür ist unter anderem eine rechtliche Regelung im Aktienrecht, nach der Vorstandsverträge in der Regel erst ein Jahr vor Ablauf verlängert werden dürfen.

Dennoch wird die Personalie Eberl intern offenbar bereits intensiv diskutiert.

Sportliche Bilanz spricht für Eberl

Max Eberl
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Sportlich fällt die Bilanz des ehemaligen Gladbach-Managers bislang durchaus positiv aus. Der FC Bayern spielt eine starke Saison und befindet sich auf Titelkurs.

In der Bundesliga führen die Münchner souverän, zudem steht der Rekordmeister im DFB-Pokal-Halbfinale und steht nach dem 6:1-Erfolg gegen Atalanta Bergamo mit einem Bein im Viertelfinale der Champions League.

Auch mehrere Personalentscheidungen des Sportvorstands werden intern positiv bewertet. Besonders die Verpflichtung von Vincent Kompany als Cheftrainer gilt mittlerweile als Erfolg, nachdem die turbulente Zeit unter Thomas Tuchel beendet wurde.

Ferner konnte Eberl mit Michael Olise und Luis Díaz zwei wichtige Leistungsträger aus der Premier League verpflichten. Auch der zunächst intern umstrittene Transfer von Jonathan Tah wird inzwischen als richtige Entscheidung bewertet.

Intern offenbar Vorbehalte

Trotz der sportlichen Entwicklung soll es innerhalb der Klubführung weiterhin Vorbehalte gegenüber Eberl geben. Ein zentraler Punkt ist laut der Sport BILD das Vertrauensverhältnis zwischen dem Sportvorstand und Teilen der Bayern-Spitze. FCB-intern soll kritisiert worden sein, dass der Aufsichtsrat bei größeren Entscheidungen teilweise erst relativ spät eingebunden worden sei. Vor allem bei Transfers oder Vertragsabschlüssen im Millionenbereich habe dies für Unmut gesorgt.

Als Beispiel nennt der Bericht den Verkauf von Kingsley Coman. Demnach hatte Eberl bereits eine Einigung mit Al-Nassr über eine Ablösesumme von rund 25 Millionen Euro erzielt. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen soll anschließend noch einmal nachverhandelt haben, wodurch die Ablöse schließlich auf etwa 30 Millionen Euro gestiegen sei.

Dreesen und Freund haben bessere Aussichten

Christoph Freund
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Während die Zukunft von Eberl derzeit offen scheint, gelten die Perspektiven von Jan-Christian Dreesen als deutlich klarer. Der Aufsichtsrat soll mit der Arbeit des Vorstandschefs sehr zufrieden sein.

Auch Christoph Freund genießt intern offenbar großes Vertrauen. Sein Vertrag läuft ebenfalls bis 2027, allerdings entscheidet in seinem Fall nicht der Aufsichtsrat, sondern der Vorstand über eine mögliche Verlängerung.

Nach Informationen der Sport BILD hat der Österreicher sehr gute Chancen auf einen neuen Vertrag. Besonders seine Arbeit rund um die Profimannschaft sowie am Bayern-Campus wird intern positiv bewertet.

Wann eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Führungsetage fällt, ist jedoch noch offen. Laut Bericht könnte das Thema erstmals bei einer Aufsichtsratssitzung im Mai angesprochen werden, bevor es im Sommer konkreter wird.

Fest steht bereits jetzt: Während der FC Bayern offenbar langfristig mit Dreesen und Freund plant, bleibt die Zukunft von Max Eberl weiterhin eine offene Personalie. Eine Überraschung scheint daher nicht ausgeschlossen.

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