Die Zukunft von Nicolas Jackson beim FC Bayern schien lange Zeit bereits entschieden. Zu selten kam der Stürmer zum Einsatz, zu groß war die Konkurrenz durch Harry Kane. Doch in den vergangenen Spielen hat der Senegalese gezeigt, dass er für den Rekordmeister durchaus noch wichtig werden kann.
Ausgerechnet in der Phase, in der Kane verletzt fehlte, rückte Jackson plötzlich in den Mittelpunkt – und nutzte seine Chance eindrucksvoll.
Der FC Bayern musste zuletzt zwei Spiele ohne seinen Top-Torjäger auskommen. Sowohl beim 4:1-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach als auch beim 6:1-Galaauftritt in der Champions League bei Atalanta Bergamo stand Harry Kane nicht zur Verfügung. Trainer Vincent Kompany setzte stattdessen auf Nicolas Jackson – und der Angreifer zahlte das Vertrauen zurück.
In beiden Partien stand der 24-Jährige über die volle Distanz auf dem Platz und lieferte jeweils ein Tor und eine Vorlage. Vier Scorerpunkte in zwei Spielen sind eine starke Bilanz für einen Spieler, der zuvor nur selten im Mittelpunkt stand.
Gerade deshalb wirken die jüngsten Leistungen umso bemerkenswerter. In den vergangenen Monaten war Jackson immer wieder als möglicher Transfer-Flop bezeichnet worden.
Komplizierte Ausgangslage

Jackson war erst im August 2025 auf den letzten Drücker zum FC Bayern gewechselt. Der Rekordmeister verpflichtete ihn per Leihe vom FC Chelsea, um eine zusätzliche Option im Sturmzentrum zu haben.
Eine fest vereinbarte Kaufpflicht wird allerdings nicht greifen, da der Angreifer nicht genügend Startelfeinsätze gesammelt hat. Die ursprünglich vereinbarte Summe hätte rund 65 Millionen Euro betragen.
Insgesamt kommt Jackson in dieser Saison bislang auf zehn Torbeteiligungen in 24 Spielen. In der offensivstarken Bayern-Mannschaft sind das solide, wenn auch keine herausragenden Zahlen. Die jüngsten Auftritte zeigen jedoch, dass der Senegalese durchaus liefern kann, wenn er gebraucht wird.
Während zuletzt immer wieder über einen sicheren Abschied im Sommer spekuliert wurde, stärkte Trainer Vincent Kompany seinem Angreifer öffentlich den Rücken. „Der Junge hat nichts Falsches gemacht, super trainiert, ist als Sieger vom Afrika-Cup gekommen“, erklärte der Bayern-Coach nach dem Gladbach-Spiel.
Gleichzeitig verwies Kompany auf die enorme Konkurrenzsituation im Angriff der Münchner. „Es ist ein bisschen schwierig, wenn Harry Kane auf deiner Position spielt oder Luis Díaz“, sagte der Belgier. „Ich freue mich für Jacko. Er hat sein Können gezeigt, hoffentlich bald wieder.“
Finale Entscheidung im Sommer steht aus
Auch Jackson selbst soll weiterhin auf einen Verbleib beim FC Bayern hoffen. Der Angreifer möchte sich bis zum Saisonende empfehlen und um seine Zukunft kämpfen.
Klar ist jedoch: Eine Verpflichtung wäre für die Münchner kein günstiges Unterfangen. Der Stürmer soll aktuell rund 14 Millionen Euro Jahresgehalt verdienen. Hinzu käme eine mögliche Ablöse, die laut englischen Medien mindestens 30 Millionen Euro betragen könnte.
Die Bayern stehen damit vor einer strategischen Entscheidung. Einerseits braucht der Rekordmeister auch in Zukunft einen verlässlichen Backup für Harry Kane. Andererseits müsste dieser Ersatzstürmer auch wirtschaftlich in die neue Gehaltsstruktur passen.

