Machtkampf beim FC Bayern? Warum Eberl um seinen Job bangen muss

Vjekoslav Keskic
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Beim FC Bayern laufen im Hintergrund bereits wichtige Weichenstellungen für die Zukunft. Wie nun bekannt wurde, steht vor allem die Zukunft von Sportvorstand Max Eberl intern stärker zur Debatte als bislang angenommen. Während zwei andere Bayern-Bosse wohl verlängern sollen, ist die Lage bei Eberl deutlich komplizierter.


Die Verträge mehrerer Führungskräfte beim deutschen Rekordmeister laufen aktuell bis 2027. Betroffen sind neben Max Eberl auch Vorstandschef Jan-Christian Dreesen und Sportdirektor Christoph Freund. Während die Zukunft von Dreesen und Freund im Verein als relativ klar gilt, scheint die Situation bei Eberl deutlich offener zu sein.

Nach Informationen der BILD wird die Arbeit des 52-Jährigen zwar grundsätzlich positiv bewertet, dennoch gibt es innerhalb der Klubführung offenbar Diskussionen über einzelne Aspekte seiner Amtsführung. Demnach wird intern derzeit abgewogen, ob eine Vertragsverlängerung über 2027 hinaus erfolgen soll.

Zweifel an Eberls Arbeitsweise im Verein

Insbesondere die Zusammenarbeit mit den Entscheidungsträgern im Aufsichtsrat spielt dabei eine wichtige Rolle. Laut Aussagen aus dem Umfeld des Vereins gibt es Kritik daran, wie Eberl seine Entscheidungen intern kommuniziert.

BILD-Fußballchef Christian Falk erklärt dazu im Podcast Bayern Insider, dass es vor allem um Details in der Zusammenarbeit gehe: „Es geht immer so ein bisschen um diese Nuancen und natürlich um die Zusammenarbeit mit den Oberbossen.“

Dabei gehe es weniger um grundlegende Zweifel an seiner Kompetenz, sondern vielmehr um Abläufe innerhalb der Entscheidungsprozesse.

Auch BILD-Reporter Heiko Niedderer deutet an, dass die Kommunikation mit den Verantwortlichen im Verein eine Rolle spielt: „Man hat im Verein immer noch das Gefühl, dass er noch nicht so ganz warm geworden ist mit diesen Strukturen.“

Demnach würden Entscheidungen teilweise zu spät oder nicht umfassend genug intern abgestimmt werden.

Kritik an Transfers und Vertragsverhandlungen

Max Eberl
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Ein weiterer Punkt betrifft laut Falk und Niedderer die wirtschaftliche Komponente einiger Entscheidungen. Demnach sehen einige Verantwortliche im Klub Verbesserungspotenzial bei Vertragsabschlüssen und Transferverhandlungen.

Niedderer erklärt dazu: „Es gibt so ein paar Nuancen. Eigentlich macht er einen guten Job, aber es gibt ein paar Dinge, bei denen man sagt: Musste das jetzt sein?“

Als Beispiel wird intern offenbar immer wieder die Höhe einzelner Vertragsabschlüsse diskutiert. In manchen Fällen hätte man sich im Verein gewünscht, dass härter verhandelt wird.

Trotz dieser Kritikpunkte betonen Beobachter jedoch, dass Eberl sportlich durchaus Erfolge vorweisen kann. Mehrere Transfers der jüngeren Vergangenheit werden im Klub durchaus positiv bewertet.

Interne Lösung als Alternative?

Sollte sich der Verein am Ende gegen eine Vertragsverlängerung entscheiden, gibt es laut der BILD bereits Gedankenspiele über mögliche Alternativen. Dabei könnte der FC Bayern sogar auf eine interne Lösung setzen. Falk erklärte, dass eine Konstellation aus Vorstandschef Jan-Christian Dreesen und Sportdirektor Christoph Freund als mögliche Struktur diskutiert werde. „Mit Dreesen und Freund sehen sie sich eigentlich auch gut aufgestellt“, erklärte Falk.

Freund genießt demnach im Verein einen guten Ruf und könnte im sportlichen Bereich eine größere Rolle übernehmen.

Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft von Max Eberl ist jedoch noch nicht gefallen. Wie so oft beim FC Bayern dürfte letztlich der sportliche Erfolg eine entscheidende Rolle spielen. Denn am Ende wird die Saison traditionell an Titeln gemessen. Niedderer brachte es im Podcast auf den Punkt: „Am Ende wird eine Bayern-Saison nicht im März bewertet, sondern an dem, was im Mai auf dem Tisch liegt.“

Sollte der Rekordmeister in dieser Spielzeit große Titel gewinnen, könnte dies auch die Bewertung der Arbeit von Eberl deutlich beeinflussen.

Fest steht: Hinter den Kulissen laufen beim FC Bayern bereits intensive Diskussionen über die zukünftige Machtstruktur im Klub.

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