„Ich bin sprachlos!“: Bayern-Spiel entfacht neue VAR-Debatte

Vjekoslav Keskic
Foto: IMAGO

Das Bundesliga-Topspiel zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern sorgte nicht nur sportlich für Gesprächsstoff. Mehrere VAR-Entscheidungen und strittige Szenen stellten Schiedsrichter Christian Dingert in den Mittelpunkt – und lösten nach dem Spiel heftige Kritik aus.


Beim 1:1-Unentschieden in der BayArena standen gleich mehrere Szenen im Fokus, die sowohl bei Experten als auch bei Fans für Diskussionen sorgten. Besonders zwei aberkannte Bayern-Tore brachten viele Beobachter auf die Palme.

Erst Tah, dann Kane: VAR-Chaos in Leverkusen

Die Partie begann für die Münchner ohnehin schwierig. Bereits in der 6. Minute brachte Aleix García die Werkself in Führung.

Rund zwanzig Minuten später schien der Ausgleich gefallen zu sein. Nach einem Freistoß landete der Ball bei Jonathan Tah, der zum vermeintlichen 1:1 einschob. Doch der Treffer wurde schnell wieder einkassiert.

Der Ball war zuvor vom Arm des Innenverteidigers an den Fuß gesprungen. Nach Rücksprache mit Video-Schiedsrichter Pascal Müller entschied Dingert auf Handspiel.

FC Bayern vs. Leverkusen
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Für Sky-Experte Patrick Helmes war diese Entscheidung kaum nachvollziehbar. Der ehemalige Leverkusen-Stürmer reagierte während der Übertragung fassungslos. „Nee, nee, nee! Ich bin sprachlos. Das ist doch ein Tor“, schimpfte Helmes. „Ich verstehe, dass es viele Regeln geben muss, aber das ist doch kein Handspiel. Wo soll er den Arm denn hintun?“

Auch in der zweiten Halbzeit wurde ein Bayern-Treffer wieder zurückgenommen. Harry Kane stand gerade einmal 47 Sekunden auf dem Platz, als er den Ball nach einem missglückten Befreiungsschlag von Janis Blaswich ins Tor schob.

Doch erneut meldete sich der VAR. Nach Überprüfung entschied Dingert auch hier auf Handspiel, da Kane den Ball zuvor mit dem Arm geblockt hatte. Helmes konnte auch diese Entscheidung nicht nachvollziehen: „Es kann doch nicht im Sinne des Fußballs sein. Das sind doch zwei Bayern-Tore!“

Diskussion auch um Platzverweis gegen Díaz

Kurz vor dem Ende sorgte eine weitere Szene für Aufregung. Luis Díaz, der zwischenzeitlich den Ausgleich erzielt hatte, sah in der 86. Minute Gelb-Rot.

Der Kolumbianer war im Strafraum zu Boden gegangen, doch Dingert wertete die Situation als Schwalbe und zeigte ihm die zweite Gelbe Karte. Allerdings hatte Blaswich Díaz zuvor leicht berührt – was die Diskussionen zusätzlich anheizte.

Frust bei Fans und Experten

Nach dem Spiel richtete sich der Frust vieler Fans vor allem gegen Schiedsrichter Dingert. In den sozialen Netzwerken wurde die Leistung des Unparteiischen heftig diskutiert.

Einige Bayern-Anhänger gingen sogar so weit, Dingert als „Man of the Match für Leverkusen“ zu bezeichnen und sprachen von einem zusätzlichen Vorteil für die Gastgeber.

Unabhängig davon bleibt festzuhalten: Das Topspiel in Leverkusen lieferte nicht nur sportliche Spannung, sondern auch reichlich Diskussionsstoff rund um den VAR.

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