Der FC Bayern hat im Bundesliga-Topspiel bei Bayer Leverkusen trotz widriger Umstände einen Punkt geholt. Beim 1:1 in der BayArena musste die Mannschaft von Vincent Kompany lange in Unterzahl spielen und beendete die Partie nach zwei Platzverweisen sogar mit nur neun Spielern. Mehrere VAR-Entscheidungen sorgten zusätzlich für reichlich Diskussionen.
Nach zuletzt fünf Bundesliga-Siegen in Serie mussten sich die Münchner diesmal mit einem Remis begnügen. Dennoch dürfte sich der Rekordmeister über den Punktgewinn freuen, denn die Partie entwickelte sich zu einem echten Kraftakt.
Früher Rückschlag und VAR-Schock
Vincent Kompany musste seine Startelf nach den Verletzungen aus dem Champions-League-Spiel in Bergamo umbauen. Sven Ulreich stand für den angeschlagenen Jonas Urbig im Tor, während Harry Kane zunächst auf der Bank Platz nahm.
Die Bayern erwischten jedoch einen denkbar schlechten Start. Bereits in der 6. Minute brachte Aleix Garcia die Gastgeber in Führung. Nach einem Ballverlust von Luis Díaz schaltete Leverkusen schnell um, Garcias Schuss wurde von Jonathan Tah noch leicht abgefälscht und war für Ulreich nicht zu halten.
Der Rekordmeister brauchte einige Minuten, um sich zu stabilisieren, übernahm danach jedoch zunehmend die Kontrolle über das Spiel. In der 26. Minute schien der Ausgleich bereits gefallen zu sein, als Jonathan Tah den Ball ins eigene Tor lenkte. Doch der VAR griff ein und kassierte den Treffer wegen eines Handspiels im Vorfeld wieder ein.
Kurz vor der Halbzeit kam es zur nächsten entscheidenden Szene. Nicolas Jackson grätschte Martin Terrier am Mittelkreis hart um. Schiedsrichter Christian Dingert zeigte zunächst Gelb, wurde jedoch erneut vom VAR an den Bildschirm gebeten.
Nach der On-Field-Review entschied der Unparteiische auf Rote Karte. Die Bayern mussten somit die gesamte zweite Halbzeit in Unterzahl bestreiten.
Kane-Tor erneut aberkannt

Trotz des Rückstands starteten die Münchner nach dem Seitenwechsel mutig. In der 61. Minute sorgte Harry Kane, der kurz zuvor eingewechselt worden war, für Jubel – allerdings nur kurz.
Wieder griff der VAR ein. Kane hatte den Ball bei einem Klärungsversuch von Janis Blaswich an den Arm bekommen, weshalb der Treffer nach erneuter Videoüberprüfung aberkannt wurde.
Díaz gleicht aus – und fliegt später vom Platz
Die Bayern ließen sich jedoch nicht entmutigen und belohnten sich schließlich. In der 69. Minute nutzte Luis Díaz einen Fehlpass von Robert Andrich, wurde von Michael Olise bedient und schob den Ball aus rund zwölf Metern souverän zum 1:1 ins rechte Eck.
Doch die turbulente Partie war damit noch lange nicht vorbei. In der 86. Minute kam Díaz im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Dingert wertete die Szene als Schwalbe und zeigte dem Kolumbianer Gelb – es war seine zweite Verwarnung, weshalb auch er vom Platz musste.
Bayern rettet Punkt in doppelter Unterzahl
In der Schlussphase verteidigten die Münchner mit nur noch neun Spielern leidenschaftlich. In der Nachspielzeit schien Leverkusen noch einmal zuzuschlagen, doch erneut griff der VAR ein. Jonas Hofmann stand vor seinem Treffer im Abseits, sodass das Tor nicht zählte.
Damit blieb es beim 1:1, das sich für den FC Bayern angesichts der Umstände wie ein kleiner Sieg anfühlte.
Für die Münchner geht es nun in der Champions League weiter. Am Mittwoch empfängt der Rekordmeister Atalanta Bergamo zum Rückspiel des Achtelfinals in der Allianz Arena.

