Nach seinem starken Auftritt gegen Leverkusen sprach Bayern-Keeper Sven Ulreich offen über seine Zukunft. Der Routinier kann sich vorstellen, noch ein weiteres Jahr beim Rekordmeister zu bleiben.
Der Nachmittag in Leverkusen wurde für Sven Ulreich nicht nur sportlich zu einem besonderen Moment. Nach dem 1:1 des FC Bayern bei der Werkself sprach der 37-Jährige auch offen über seine Zukunft – und ließ dabei aufhorchen.
Sein Vertrag in München läuft im Sommer aus, doch Ulreich signalisierte deutlich, dass er sich einen Verbleib vorstellen kann. „Ich kann mir gut vorstellen, dass ich noch ein Jahr mache“, erklärte der Torhüter nach dem Spiel. Die Rolle im Torwartteam passe für ihn, außerdem mache ihm die Aufgabe weiterhin großen Spaß.
Ganz allein liegt die Entscheidung allerdings nicht beim Keeper. Ulreich weiß, dass am Ende die Klubführung über seine Zukunft bestimmt: „Das ist ja nicht allein meine Entscheidung“, stellte er klar und verwies auf die Verantwortlichen beim Rekordmeister.
Gemeint ist vor allem Sportvorstand Max Eberl, der die Kaderplanung verantwortet. Konkrete Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung habe es bislang noch nicht gegeben. Dennoch zeigt die klare Aussage des Routiniers: Sollte der Verein Interesse haben, wäre Ulreich bereit, seine lange Bayern-Geschichte um ein weiteres Kapitel zu verlängern.
Routinier überzeugte gegen Leverkusen
Dass die Verantwortlichen seinen Namen weiterhin auf dem Zettel haben dürften, liegt auch an seinem starken Auftritt in Leverkusen. Ulreich sprang kurzfristig ein, weil sowohl Stammtorwart Manuel Neuer als auch Ersatzkeeper Jonas Urbig verletzt ausfielen. Für den erfahrenen Torhüter war es der erste Pflichtspieleinsatz seit unglaublichen 539 Tagen. Doch von fehlender Spielpraxis war kaum etwas zu sehen. Mehrfach entschärfte Ulreich gefährliche Abschlüsse der Leverkusener und hielt die Münchner mit starken Paraden im Spiel.
Der Lohn folgte nach Abpfiff – und kam von allen Seiten. Teamkollegen, Trainerteam und Fans feierten den Routinier für seine Leistung. Auch die sportliche Führung zeigte sich beeindruckt. Gerade in schwierigen Momenten sei auf Ulreich immer Verlass, betonten die Verantwortlichen.
Seine Erfahrung, seine Professionalität und seine Rolle im Mannschaftsgefüge machen ihn für den Klub weiterhin wertvoll. Sollte es im Sommer Veränderungen auf der Torhüterposition geben, könnte genau dieser Faktor entscheidend werden. Das Spiel in Leverkusen hat jedenfalls gezeigt: Ulreich ist noch lange nicht bereit, nur Zuschauer zu sein.
Verletzungsrückschlag für Ulreich
In den kommenden Wochen hätte Ulreich sein Können weiter unter Beweis stellen können. Doch bei seinem Comeback gegen Leverkusen hat sich der Keeper einen Muskelbündelriss in den rechten Adduktoren zugezogen.
Nicht nur aus Ulreichs individueller Sicht ist die Verletzung ein Rückschlag. Da auch Jonas Urbig (Gehirnerschütterung) und Manuel Neuer (Muskelfaserriss) aktuell fehlen, könnte am Mittwoch in der Champions League gegen Atalanta plötzlich ein 16-Jähriger zwischen den Pfosten stehen: Leonard Prescott.
Der Nachwuchskeeper saß zuletzt bereits beim Hinspiel gegen Bergamo sowie beim Bundesliga-Duell in Leverkusen auf der Ersatzbank der Profis.

