Der FC Bayern nimmt aus dem Topspiel in Leverkusen einen Punkt mit. FCBinside liefert drei Erkenntnisse zur Partie.
Die Bayern trennten sich von der Werkself mit einem 1:1-Unentschieden. Das Spiel lieferte folgende Erkenntnisse:
1. Die Bayern müssen gewarnt sein
Das Spiel lieferte zahlreiche Geschichten und Aufreger. Vor allem die zwei aberkannten Bayern-Tore und der Platzverweis wegen einer vermeintlichen Schwalbe für Luis Diaz sorgten beim Rekordmeister – und seinen Fans – für Ärger. Der ganze Trubel kann den Blick vernebeln auf die Erkenntnis, dass Leverkusen die Bayern nah an einer Niederlage hatte.
Besonders in der ersten Halbzeit – als die Bayern auch noch vollzählig waren – machte die Werkself dem Tabellenführer richtige Probleme. Leverkusen spielte aggressiv, presste hoch und setzte offensiv gefährliche Nadelstiche. In der Nachspielzeit bejubelte die Mannschaft von Trainer Kasper Hjulmand sogar den vermeintlichen Siegtreffer, doch das Tor wurde wegen einer ganz knappen Abseitsstellung von Jonas Hofmann nicht gegeben.
Die Bayern kamen in Leverkusen zeitweise ins Schwimmen. Das ist die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany eigentlich nicht mehr gewohnt. Zuletzt dominierte man die Gegner reihenweise, wie zum Beispiel bei der 6:1-Masterclass in Bergamo.
Der FCB kam natürlich mit einem komfortablen Vorsprung an der Tabellenspitze in die BayArena, da kann man auch mal in den Verwaltungsmodus schalten. Trotzdem müssen die Bayern gewarnt sein: Am 22. April müssen die Münchner nochmal nach Leverkusen, dann im Halbfinale des DFB-Pokals.
Beim Rekordpokalsieger will man nach vielen Jahren wieder mal ins Endspiel, doch Leverkusen hat jetzt bewiesen, dass sie den Bayern gefährlich werden können. Ein Spiel unter Flutlicht und Alles-oder-Nichts-Bedingungen wird nochmal eine andere Situation für beide Teams werden. Die Leverkusener haben aber gezeigt: Die Mannschaft hat durchaus das Potenzial, den Triple-Traum der Bayern platzen zu lassen.
2. Jackson reißt alles wieder ein
Der Elf-gegen-Elf-Vergleich zwischen Leverkusen und Bayern war nach 42 Minuten vorbei. Nicolas Jackson trat Martin Terrier mit offener Sohle gegen den Knöchel und kassierte dafür die Rote Karte.
Schiedsrichter Christian Dingert lag an diesem Nachmittag mehrmals daneben und wurde für seine Spielführung von den Bayern zu Recht kritisiert – am Platzverweis für Jackson gab es aber keine Zweifel.
Zu diesem Zeitpunkt und irgendwo im Mittelfeld war das Foul einfach nur unnötig. Wegen der dummen Aktion des Leih-Stürmers mussten die Bayern mehr als die Hälfte des Spiels in Unterzahl agieren.
Jackson kann wohl mit einer Drei-Spiele-Sperre rechnen. Das ist auch bitter, weil es gerade in der praktisch schon entschiedenen Bundesliga Kompany eine wertvolle Möglichkeit zur Rotation nimmt. Auf einen Backup für Harry Kane, der zuletzt eh angeschlagen war, muss der Trainer jetzt dank dem Fauxpas von Jackson verzichten.
Die sehr teure Leihe des Senegalesen vom FC Chelsea wurde ohnehin von Beginn an kritisch gesehen. In den letzten zwei Spielen gegen Mönchengladbach und in Bergamo konnte Jackson dann aber überzeugen und erntete viel Lob. Mit seiner extrem unklugen Roten Karte in Leverkusen hat sich der 24-Jährige aber wieder eingerissen, was er sich zuletzt mit guten Leistungen aufgebaut hatte.
3. Ulreich wird zum Helden
Jackson war ganz klar der Verlierer des Spiels, der große Held stand unterdessen im Tor der Bayern. Nach langer Zeit hütete Sven Ulreich wieder von Beginn an das FCB-Tor, weil Manuel Neuer und Jonas Urbig verletzungsbedingt ausfielen. Und Ulreich zeigte eine überragende Performance für den FCB.
Der 37-Jährige parierte mehrmals stark und rettete mit einer Weltklasse-Parade in der Nachspielzeit gegen Ibrahim Maza den Punkt für die Bayern. Dafür bekam Ulreich die FCBinside-Note 1 und wurde von den Usern zum Man of the Match gewählt. Nach dem Spiel wurde er von der Mannschaft und den mitgereisten Fans auch zurecht in der Kurve gefeiert.

Trotzdem gibt es neue Torwart-Sorgen für die Bayern. Nach dem Spiel erklärte Ulreich, dass er etwas im Oberschenkel gespürt habe. Gegen Ende der Partie konnte er die Abstöße nicht mehr selbst ausführen.
Vor dem Rückspiel gegen Bergamo am kommenden Mittwoch müssen die Bayern also hoffen, dass es bei Ulreich nichts Schlimmeres ist. Oder dass Neuer oder Urbig gegen die Italiener schon wieder zurückkehren können. In Leverkusen hat Ulreich auf jeden Fall bewiesen, dass in Notfällen Verlass auf ihn ist.

