Nach dem hitzigen 1:1 zwischen dem FC Bayern und Bayer Leverkusen hagelt heftige Kritik auf Schiedsrichter Christian Dingert. Auch Bayern-Präsident Herbert Hainer hat sich jetzt zu Wort gemeldet.
Das Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern und Bayer Leverkusen endete zwar mit einem 1:1, doch über das Ergebnis sprach nach Abpfiff kaum jemand. Stattdessen dominierte die Leistung des Schiedsrichtergespanns die Diskussionen. Mehrere strittige Szenen sorgten bei den Münchnern für großen Unmut – allen voran die Gelb-Rote Karte gegen Luis Díaz sowie ein aberkanntes Tor von Harry Kane.
Während der Ärger zunächst von Ehrenpräsident Uli Hoeneß lautstark formuliert wurde, meldete sich kurz darauf auch Klubpräsident Herbert Hainer zu Wort. Hainer wählte dabei deutliche Worte – ungewöhnlich für den sonst eher zurückhaltenden Funktionär. „Normalerweise kommentiere ich Schiedsrichter nicht“, erklärte der Bayern-Präsident gegenüber der BILD.
Doch diesmal sei es anders gewesen. Der Unparteiische habe „einen gebrauchten Tag“ erwischt. Mit einem typisch bayerischen Sprichwort brachte Hainer seine Unzufriedenheit auf den Punkt: „Satz mit X, das war wohl nix!“
Besonders bitter aus Sicht der Münchner: Nach dem Spiel räumte der Referee selbst ein, dass er die Gelb-Rote Karte gegen Díaz nach Ansicht der Fernsehbilder vermutlich nicht mehr so ausgesprochen hätte. Für Hainer ist das zwar „aller Ehren wert“, ändern könne es am Spielverlauf allerdings nichts mehr.
Diese Szenen sorgten für Empörung
Im Mittelpunkt der Diskussion stehen vor allem zwei entscheidende Momente. In der 61. Minute erzielte der eingewechselte Kane ein Tor, nachdem er den Ball zuvor mit dem Ellenbogen berührt hatte. Nach Ansicht der TV-Bilder entschied Schiedsrichter Christian Dingert auf Handspiel – der Treffer zählte nicht.
Für Knut Kircher, Schiedsrichter-Chef des DFB, eine äußerst schwierige Situation. Dingert habe korrekt gehandelt, indem er sich die Szene noch einmal ansah. Am Ende bewertete er die Bewegung als Vergrößerung der Trefferfläche – und damit als Regelverstoß. Eine Entscheidung, die Kircher in der BILD als „knifflig“ bezeichnete und die laut ihm im Graubereich liegt.
Noch größer war die Aufregung allerdings in der Schlussphase. In der 84. Minute ging Díaz nach einem leichten Kontakt mit Leverkusen-Keeper Janis Blaswich zu Boden. Dingert wertete die Aktion als Schwalbe – und zeigte dem Bayern-Offensivspieler die Gelb-Rote Karte. Eine Entscheidung, die später selbst vom Schiedsrichter korrigiert wurde: Nach Analyse der TV-Bilder räumte er ein, dass die Einschätzung wohl falsch gewesen sei.
Während Experten wie Didi Hamann und Lothar Matthäus die Entscheidung im Fernsehen als nachvollziehbar bezeichneten, blieb beim FC Bayern vor allem Frust zurück.

