„Eines Weltvereins nicht würdig“: Hamann schießt gegen den FC Bayern

Sebastian Mittag
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Der Einspruch des FC Bayern gegen den Platzverweis von Luis Diaz sorgt für Diskussionsstoff. TV-Experte Didi Hamann hat nun scharfe Kritik am Vorgehen des Rekordmeisters geäußert.


Der FC Bayern hat nach dem umstrittenen 1:1 bei Bayer Leverkusen Einspruch gegen die Gelb-Rote Karte für Luis Diaz eingelegt. Diese Entscheidung des deutschen Rekordmeisters stößt jedoch nicht überall auf Verständnis. Besonders deutlich äußerte sich der frühere Nationalspieler Didi Hamann.

„Das ist doch eines Weltvereins nicht würdig“, sagte der Ex-Bayern-Profi bei Sky: „Ein Weltverein legt Protest ein gegen eine Gelb-Rote Karte, wo der Spieler versucht, einen Elfmeter zu schinden.“

Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen hatte den Einspruch am Sonntag bei Sky bestätigt. Gleichzeitig kritisierte der Vorstandsvorsitzende mehrere „fragwürdige Entscheidungen“, die in den vergangenen Wochen gegen den FC Bayern getroffen worden seien.

Hamann kritisiert Verhalten der Münchner

Hamann zeigte sich von diesem Vorgehen wenig überzeugt und stellte das Verhalten des Rekordmeisters grundsätzlich infrage.

„Du musst doch auch mal in der Niederlage – die es ja nicht mal war – das mit Respekt und Würde anerkennen, dass Fehler gemacht werden oder auch nicht“, polterte der TV-Experte.

Der ehemalige Nationalspieler sieht darin sogar ein grundsätzliches Problem für den Fußball. Das Verhalten eines Spitzenklubs wie des FC Bayern könne negative Auswirkungen auf den Umgang mit Schiedsrichtern haben.

„Wir haben große Probleme, dass wir junge Schiedsrichter finden, weil keiner mehr pfeifen will, weil es körperliche Angriffe gibt. Und das befeuert das doch nur. Und das ist der FC Bayern, das ist unser Flaggschiff des deutschen Fußballs!“, meinte Hamann.

Er ging sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnete das Verhalten der Münchner als den eigentlichen Skandal rund um das Spiel in Leverkusen: „Das Verhalten der Münchner sei das eigentlich Skandalöse an diesem ganzen Spiel, an diesem ganzen Vorgang.“

Auch Hoeneß-Kritik stößt auf Unverständnis

Neben dem Einspruch kritisierte Hamann auch die deutlichen Worte von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß. Dieser hatte nach der Partie Schiedsrichter Christian Dingert scharf angegriffen und erklärt: „Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe.“

Für Hamann war diese Aussage jedoch überzogen. Er bezeichnete die Kritik als „übertrieben und überzogen“.

Luis Diaz
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Dass Dingert den Platzverweis gegen Diaz im Nachhinein selbst als zu harte Entscheidung bezeichnete, sorgt beim TV-Experten ebenfalls für Stirnrunzeln. Hamann vermutet sogar, dass der Referee durch den Druck aus München beeinflusst worden sein könnte.

„Die Münchner scheinen ihn da ein Stück weit weichgekocht zu haben“, mutmaßte der frühere Profi.

Seine eigene Bewertung der Szene ist hingegen klar: „Der Diaz weiß, dass er den Ball nicht mehr bekommt, dass er die Balance verliert, dann hält er den Fuß raus, um einen Kontakt zu provozieren mit Blaswich“, analysierte Hamann: „Er macht das, um einen Elfmeter zu schinden.“

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