Der Einspruch des FC Bayern gegen die Gelb-Rote Karte von Luis Diaz sorgt für Aufregung. Ein Ex-Trainer übt deutliche Kritik an den Münchnern.
Nach dem umstrittenen Platzverweis von Luis Diaz beim 1:1 des FC Bayern bei Bayer Leverkusen steht der Rekordmeister weiterhin im Fokus der Diskussionen. Der Klub hat inzwischen Einspruch gegen die Entscheidung beim DFB-Sportgericht eingelegt.
Diese Entscheidung stößt jedoch nicht überall auf Zustimmung. Der frühere Bundesliga-Trainer Friedhelm Funkel übte bei Sky deutliche Kritik am Vorgehen der Münchner.
„Fakt ist, mit dem Einspruch werden die Bayern überhaupt keinen Erfolg haben. Warum sie das machen, weiß ich nicht. Sie sprechen nur aus ihrer Sicht, dass sie benachteiligt worden sind, und nicht davon, dass andere Vereine auch benachteiligt werden“, sagte er.
Funkel wirft Bayern Doppelmoral vor
Der 72-Jährige verwies dabei auch auf Situationen, in denen der FC Bayern seiner Meinung nach selbst von Schiedsrichterentscheidungen profitiert habe: „Direkt am Anfang die Rote Karte, dadurch haben sie dieses Spiel im Grunde so klar gewonnen, weil sie fast die komplette Spielzeit mit einem Mann mehr gespielt haben. Und das ist auch in der einen oder anderen Situation so. Dann reden sie nicht davon, dass sie bevorteilt werden. Und das finde ich einfach nicht korrekt.“
Diaz war beim Bundesliga-Spiel in Leverkusen in der Schlussphase wegen einer vermeintlichen Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz gestellt worden. Der Offensivspieler war zuvor bereits verwarnt gewesen.
Dreesen bestätigt Einspruch
Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen bestätigte am Sonntag bei Sky, dass der Klub inzwischen offiziell Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt hat. Gleichzeitig sprach der Vorstandsvorsitzende von mehreren „fragwürdigen Entscheidungen“, die in den vergangenen Wochen gegen den FC Bayern getroffen worden seien.

Auch Didi Hamann äußerte sich kritisch zum Vorgehen des FCB. Der frühere Bayern-Profi stellte infrage, ob ein Protest in diesem Fall angemessen sei.
„Das ist doch eines Weltvereins nicht würdig“, sagte Hamann. „Ein Weltverein legt Protest ein gegen eine Gelb-Rote Karte, wo der Spieler versucht, einen Elfmeter zu schinden.“
Der TV-Experte wurde noch deutlicher: „Du musst doch auch mal in der Niederlage – die es ja nicht mal war – das mit Respekt und Würde anerkennen, dass Fehler gemacht werden oder auch nicht.“

