„So ist der Fußball“: Bayern-Boss nimmt Rot-Rüpel Jackson in Schutz

Vjekoslav Keskic
Foto: IMAGO

Nicolas Jackson hat beim 1:1 des FC Bayern bei Bayer Leverkusen erneut für negative Schlagzeilen gesorgt. Der Stürmer sah nach einem harten Einsteigen gegen Martin Terrier die Rote Karte – und setzte damit eine unrühmliche Serie fort.


In der 42. Minute grätschte der 24-Jährige im Mittelfeld in den Zweikampf mit Leverkusen-Profi Martin Terrier und traf diesen hart am Knöchel. Schiedsrichter Christian Dingert zeigte zunächst nur die Gelbe Karte.

Nach Hinweis des VAR schaute sich der Referee die Szene jedoch noch einmal am Monitor an und korrigierte seine Entscheidung. Dingert entschied schließlich auf Rote Karte – eine Entscheidung, die angesichts der Verletzungsgefahr als nachvollziehbar galt. Terrier hatte Glück, dass er die Partie fortsetzen konnte.

Dritter Platzverweis innerhalb von zehn Monaten

Für Jackson war es bereits der dritte Platzverweis innerhalb der vergangenen zehn Monate. Zwei rote Karten hatte der Senegalese noch im Trikot des FC Chelsea gesehen, bevor er im September 2025 auf Leihbasis zum FC Bayern wechselte.

Beim englischen Klub flog er unter anderem bei der Klub-WM im Juni 2025 vom Platz. Damals traf er Flamengo-Spieler Ayrton mit der offenen Sohle am Schienbein.

Nicolas Jackson
Foto: Getty Images

Nur wenige Wochen zuvor hatte Jackson in der Premier League ebenfalls Rot gesehen – nach einem harten Ellbogencheck gegen Newcastle-Verteidiger Sven Botman.

Auffällig: In allen drei Situationen waren die Gegenspieler klar im Blickfeld des Angreifers, sodass kaum von unabsichtlichen Aktionen gesprochen werden kann.

Eberl stellt sich vor Jackson

Trotz des Platzverweises stellte sich Bayern-Sportvorstand Max Eberl demonstrativ vor seinen Spieler. Der 52-Jährige verwies darauf, wie schnell sich die öffentliche Wahrnehmung im Fußball verändern könne. „Im Fußball geht es so schnell: Du hast gegen Gladbach ein Tor und gegen Atalanta ein sehr ordentliches Spiel gemacht. Und drei Tage später bist du der Depp, weil du eine Rote Karte kassierst“, erklärte Eberl.

Der Bayern-Boss sieht den Platzverweis vor allem als Folge eines missglückten Zweikampfs: „Im Willen, einen Zweikampf zu führen, kommt er zu spät und trifft den Knöchel. So ist dieser Fußball – einfach gnadenlos.“

Trotz der wiederholten Platzverweise bleibt Eberl überzeugt von Jacksons Qualitäten. Der Offensivspieler kommt in dieser Saison bislang auf sieben Tore und drei Vorlagen in 25 Einsätzen für den Rekordmeister. „Wir sind sehr, sehr froh, dass Nico bei uns ist“, betonte der Sportvorstand. „Er hat uns immer wieder geholfen und er wird uns auch noch zum Ende der Saison helfen mit seinen Minuten.“

Für Jackson bleibt dennoch die Aufgabe, seine Aggressivität künftig besser zu kontrollieren – denn gerade in wichtigen Spielen kann sich der FC Bayern solche Platzverweise kaum leisten.

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