Die Diskussionen um die Schiedsrichterleistung beim 1:1 zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern reißen nicht ab. Nun hat sich auch Lothar Matthäus zu Wort gemeldet – und widerspricht Uli Hoeneß deutlich.
Nach dem Bundesliga-Topspiel zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern stand vor allem Schiedsrichter Christian Dingert im Fokus. Mehrere strittige Entscheidungen sorgten für großen Ärger bei den Münchnern.
Besonders deutlich wurde Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß, der von der „schlechtesten Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe“ sprach.
Diese Aussagen kann Lothar Matthäus jedoch nicht nachvollziehen. Der Sky-Experte widersprach Hoeneß in seiner Kolumne deutlich: „Ich weiß nicht, welche Spiele Uli sieht, aber ich verstehe, wenn er aus der Emotion heraus so etwas sagt“, so Matthäus.
Er betonte, dass es in den vergangenen Wochen nicht nur Entscheidungen gegen den FC Bayern gegeben habe: „Es gab andere Entscheidungen, die gegen FC Bayern ausgefallen sind, in Dortmund hätte Nico Schlotterbeck für sein Foul an Stanisic Rot sehen müssen.“
Gleichzeitig verwies der 64-Jährige aber auch auf Situationen, in denen die Münchner profitiert hätten: „Aber danach gab es auch einige Spiele, in denen strittige Entscheidungen pro Bayern gepfiffen wurden, wie gegen Mönchengladbach (Rot gegen Gladbachs Reitz) und gegen Hoffenheim mit einer harten Roten Karte gegen Akpoguma.“
Kritik an Hoeneß und Einordnung der Diaz-Szene
Vor allem die Gelb-Rote Karte gegen Luis Diaz hatte für Diskussionen gesorgt. Matthäus sieht die Szene allerdings anders als viele Verantwortliche beim FC Bayern: „Meiner Meinung nach war es eine versuchte Schwalbe und er hat gemerkt, dass er Blödsinn gemacht hat.“

Auch insgesamt hält er die Aussagen von Hoeneß für überzogen: „Wenn ich aber sehe, was in den letzten Wochen gegen die Gegner des FC Bayern gepfiffen wurde, glaube ich, dass man Hoeneß‘ Worte nicht zu hoch hängen sollte.“
Matthäus ordnete zudem das Auftreten der Bayern-Verantwortlichen ein und stellte den Zusammenhalt innerhalb der Klubführung heraus: „Dreesen, Herbert Hainer und Hoeneß sind ein Team. Wenn einer von ihnen nach außen etwas sagt, unterstützen ihn die anderen.“

