„Bin kein Freund davon…“: Hoeneß kritisiert Frankfurts Transferstrategie

Vjekoslav Keskic
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Uli Hoeneß hat deutliche Worte in Richtung Eintracht Frankfurt gefunden. Der Ehrenpräsident des FC Bayern kritisiert die Transferstrategie der Hessen – und warnt vor langfristigen Konsequenzen.


In den vergangenen Jahren hat sich die Eintracht als einer der erfolgreichsten Verkäufervereine der Bundesliga etabliert. Spieler wie Randal Kolo Muani, Omar Marmoush oder Hugo Ekitike brachten dem Klub hohe Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe ein. Sportlich jedoch hinken die Frankfurter aktuell ihren eigenen Ansprüchen hinterher.

Genau diesen Zusammenhang stellte Hoeneß nun öffentlich her. Auf einer Veranstaltung der Frankfurt School of Finance & Management erklärte er: „Ich persönlich bin kein großer Freund vom Verkauf von guten Spielern. Ich sage immer beim FC Bayern: Wir sind ein Käuferverein und kein Verkäuferverein.“

Hoeneß warnt vor langfristigen Folgen

Uli Hoeneß
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Mit Blick auf Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann wurde der Bayern-Ehrenpräsident noch deutlicher. „Das wird Axel Hellmann auch noch begreifen, dass man auf die Dauer eben bei jedem Verkauf auch Substanz verliert.“

Hoeneß stellt damit die grundlegende Philosophie der Eintracht infrage. Zwar seien hohe Ablösesummen auf den ersten Blick attraktiv, doch der sportliche Preis könne langfristig deutlich höher ausfallen. „Es ist schön, wenn man mal 50, 60 Millionen kriegt, aber was ist die Konsequenz?“, fragte der 74-Jährige rhetorisch.

Die Zahlen geben ihm zumindest teilweise recht. Frankfurt hat in den vergangenen Jahren regelmäßig Leistungsträger abgegeben – und konnte die Qualität im Kader nicht immer gleichwertig ersetzen.

Sportlicher Rückschritt trotz Millionen-Einnahmen

Während die Eintracht finanziell von den Transfers profitierte, zeigt sich sportlich zuletzt eine andere Entwicklung. In der Bundesliga rangiert das Team aktuell lediglich im Tabellenmittelfeld. Zudem schied man sowohl in der Champions League als auch im DFB-Pokal frühzeitig aus.

Für Hoeneß ist das kein Zufall, sondern eine logische Folge der Transferpolitik. Der FC Bayern verfolgt traditionell einen anderen Ansatz – Topspieler sollen gehalten und punktuell verstärkt werden, statt regelmäßig verkauft zu werden.

Die Aussagen des Ehrenpräsidenten sind damit mehr als nur Kritik an einem Konkurrenten. Sie sind ein klares Plädoyer für Kontinuität und Qualität im Kader – und ein Hinweis darauf, wie unterschiedlich die strategischen Ansätze innerhalb der Bundesliga sein können.

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