VAR-Debatte hält an: Hoeneß poltert gegen den Videobeweis

Vjekoslav Keskic
Foto: IMAGO

Uli Hoeneß hat sich einmal mehr mit deutlichen Worten zu Wort gemeldet – diesmal richtet sich seine Kritik gegen den Video Assistant Referee. Der Ehrenpräsident des FC Bayern sieht in der modernen Technik kein Hilfsmittel, sondern vielmehr ein Problem für die Schiedsrichter.


Die Diskussion um den VAR nimmt in der Bundesliga seit Wochen wieder Fahrt auf. Strittige Entscheidungen, lange Unterbrechungen und fehlende Klarheit sorgen regelmäßig für Unmut – auch beim FC Bayern. Nun hat sich Hoeneß öffentlich positioniert und dabei eine klare Haltung eingenommen.

Für den langjährigen Bayern-Macher ist vor allem eines wichtig: Die Unparteiischen selbst stehen aus seiner Sicht zu Unrecht in der Kritik.

Er betonte, dass die Qualität der Schiedsrichter keineswegs nachgelassen habe. Vielmehr sei es die Einführung des Video-Assistenten, die die Arbeit auf dem Platz komplizierter mache. „Ich glaube nicht, dass die Schiedsrichter schlechter geworden sind“, erklärte Hoeneß und lieferte zugleich seine Begründung: Der VAR sorge für zusätzliche Unsicherheit und erhöhe den Druck auf die Unparteiischen massiv.

„Kein Vorteil bei drei Zentimetern“

Besonders kritisch sieht Hoeneß die aktuelle Auslegung bei Abseitsentscheidungen. Für ihn widerspricht die Bewertung minimaler Situationen dem ursprünglichen Gedanken des Videobeweises. „Wenn einer zwei Meter im Abseits steht, dann muss das verhindert werden. Aber wenn einer drei Zentimeter im Abseits steht, ist das kein Vorteil“, führte der 74-Jährige aus.

Damit spricht Hoeneß einen zentralen Kritikpunkt vieler Verantwortlicher und Fans an: die fehlende Verhältnismäßigkeit bei knappen Entscheidungen.

Druck auf Schiedsrichter wächst

Ein weiterer Aspekt seiner Kritik betrifft die öffentliche Wahrnehmung. Durch den VAR würden Fehler nicht weniger, sondern stärker diskutiert – mit direkten Auswirkungen auf die Schiedsrichter.

Hoeneß schilderte, wie groß der Druck mittlerweile sei. Woche für Woche müssten die Unparteiischen Entscheidungen treffen, die im Nachgang bis ins kleinste Detail analysiert werden. Die Folge: zunehmende Unsicherheit und harsche Kritik von außen.

Sein Fazit fällt eindeutig aus: Nicht die Schiedsrichter seien das Problem, sondern die Art und Weise, wie der VAR aktuell eingesetzt wird.

Damit reiht sich Hoeneß in eine wachsende Zahl von Stimmen ein, die eine Reform oder zumindest eine Anpassung des Systems fordern. Die Debatte dürfte den FC Bayern und die gesamte Bundesliga auch in den kommenden Wochen weiter begleiten.

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