Hoeneß enthüllt: Kompany als Notnagel – Wunschtrainer war ein anderer

Tim Schoster
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Vincent Kompany ist wohl der Erfolgsgarant beim FC Bayern. Doch Uli Hoeneß hat nun offenbart, wie holprig der Weg zur Verpflichtung verlief. Dabei wird erneut klar: Der Belgier war zunächst nicht die erste Wahl.


Zu Beginn der Trainersuche standen beim Rekordmeister andere Namen im Fokus. Im Interview mit dem kicker erklärte Uli Hoeneß, dass man sich zunächst mit mehreren Kandidaten beschäftigt habe: „Wir waren anfangs skeptisch, er war die Nummer vier oder fünf, mit der wir gesprochen haben. Ich denke an Julian Nagelsmann, Ralf Rangnick, Thomas Tuchel zuerst und auch Oliver Glasner, der gekommen wäre, hätte ihn Crystal Palace freigegeben.“

Erst über Umwege rückte Kompany stärker in den Fokus der Verantwortlichen. Auslöser war unter anderem eine externe Einschätzung, die Eindruck hinterließ. „Als wir Pep Guardiola vor Vincents Verpflichtung angerufen und gefragt haben, was er von ihm hält, hat er gesagt, wir können ihn blind nehmen“, so Hoeneß.

Hoeneß: „Das war die Idee von Max Eberl“

Max Eberl
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Die entscheidende Wende kam schließlich bei einem persönlichen Treffen. Hoeneß schilderte den Moment sehr konkret: „Das war die Idee von Max Eberl. Das erste Gespräch fand im Käfer statt, mit Herbert Hainer, Max, Christoph Freund, Vincent und seinem Vater.“ Schon nach kurzer Zeit habe sich seine Meinung gefestigt.

Der langjährige Bayern-Patron erinnerte sich: „Nach einer halben Stunde habe ich Max einen Stoß gegeben und den Daumen nach oben gezeigt, ich wusste: Das ist er!“ Entsprechend klar fiel auch seine Ansage für die weiteren Gespräche aus: „Ich habe Max dann gesagt, er soll bitte Wäsche zum Übernachten mitnehmen, ohne Vertrag brauche er nicht von den Verhandlungen zurückzukommen.“

Parallel ist auch innerhalb der Mannschaft die Anerkennung für den heutigen Bayern-Coach groß. Innenverteidiger Jonathan Tah bezeichnete Kompany kürzlich beim Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz im Austausch mit Granit Xhaka als „Top Coach“ und hob sowohl sportliche als auch menschliche Qualitäten hervor.

Auch frühere Weggefährten äußern sich positiv. Ex-Mitspieler David Silva sagte über den Belgier: „Er hat alles im Blick, denkt tiefgründig über die Dinge nach und arbeitet unglaublich hart“. Zudem betonte der Spanier: „Vincent hatte schon immer das Zeug zum Trainer“.

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