Die Zukunft von Manuel Neuer ist offen – und genau davon hängt auch die Torwart-Planung beim FC Bayern ab. Klar ist: Alexander Nübel will sich im Fall der Fälle dem Konkurrenzkampf stellen.
Die jüngste Länderspielpause verlief für Manuel Neuer nahezu perfekt. Der 40-Jährige hat seinen Muskelfaserriss auskuriert und ist rechtzeitig für die entscheidenden Wochen der Saison wieder einsatzbereit. Gleichzeitig rückt jedoch eine zentrale Frage immer stärker in den Fokus: Wie geht es im Sommer weiter?
Noch hat Neuer keine endgültige Entscheidung getroffen. Klar ist jedoch, dass ein Wechsel ins Ausland – wie etwa bei Thomas Müller – für ihn keine Option darstellt. Vielmehr hängt alles davon ab, ob der Weltmeister von 2014 seinem Körper zutraut, weiterhin auf Topniveau zu performen. Sollte er sich gegen eine Verlängerung entscheiden, müsste der FC Bayern seine Torwart-Hierarchie neu ordnen.
Nübel bereit für den Konkurrenzkampf
Im Zentrum dieser Überlegungen steht neben Jonas Urbig vor allem Alexander Nübel. Der 29-Jährige ist noch bis 2030 an den FC Bayern gebunden und aktuell an den VfB Stuttgart verliehen. Intern galt zuletzt Urbig als klarer Favorit auf die Nachfolge von Neuer – doch Nübel könnte diese Rollenverteilung noch einmal durcheinanderbringen.
Nach Informationen des kicker ist der Schlussmann bereit, sich im Falle eines Karriereendes von Neuer dem direkten Konkurrenzkampf mit dem sieben Jahre jüngeren Urbig zu stellen. Eine Rückkehr nach München erscheint damit nicht nur vertraglich, sondern auch sportlich durchaus realistisch.
Bereits zuletzt hatte Nübel selbst angedeutet, dass ein Comeback beim FC Bayern keineswegs ausgeschlossen ist. „Die Chance ist relativ hoch“, erklärte er bei einer DFB-Pressekonferenz und verwies darauf: „Weil ich noch Vertrag in München habe.“
Viele offene Fragen in der Torwartplanung
Die Ausgangslage bleibt jedoch komplex. Zwar genießt Urbig intern ein hohes Ansehen und soll langfristig zur neuen Nummer eins aufgebaut werden, dennoch ist die Situation nicht abschließend geklärt. Auffällig ist zudem, dass es laut einem Bericht der Münchner Abendzeitung zuletzt kaum Kontakt zwischen den Bayern-Verantwortlichen und Nübel gegeben haben soll.
Auch wirtschaftliche Faktoren spielen eine Rolle: Nübel verdient in München ein Gehalt im zweistelligen Millionenbereich, das aktuell zu großen Teilen vom FC Bayern getragen wird. Eine dauerhafte Lösung müsste also auch finanziell sinnvoll gestaltet werden.

Neben Nübel und Urbig stehen zudem weitere Personalien im Raum. Sven Ulreich könnte weiterhin als erfahrene Nummer drei eingeplant werden, während für den verliehenen Daniel Peretz ein neuer Klub gesucht werden soll. Auch junge Talente wie Leonard Prescott rücken perspektivisch nach.
Fest steht: Die Entscheidung von Neuer wird weitreichende Konsequenzen haben. Sollte der langjährige Stammtorhüter seine Karriere beenden, droht beim FC Bayern ein offener Kampf um die Zukunft im Tor – mit Nübel als ernsthaftem Herausforderer.

