Der FC Bayern feiert einen Last-Minute-Sieg beim SC Freiburg. FCBinside liefert drei Erkenntnisse zur Partie.
Die Bayern konnten erst in der Nachspielzeit den Siegtreffer zum 3:2 bejubeln. Das Spiel lieferte folgende Erkenntnisse:
1. Ohne Kane ist Bayern eine andere Mannschaft
Die Bayern mussten in Freiburg ohne Torjäger Harry Kane auskommen, der sich beim Training der Nationalmannschaft in England eine Sprunggelenks-Blessur zugezogen hatte.
Seitdem zittern die Bayern um Kanes Einsatz im Champions-League-Viertelfinale bei Real Madrid. Die erste Stunde in Freiburg zeigte: Zurecht. Ohne Kane sind die Bayern eine andere Mannschaft.
Klar: In Freiburg ließ Trainer Vincent Kompany auch Michael Olise zunächst draußen. Den Münchnern fehlte also noch mehr Druck nach vorne. So konnte der Gegner selbst mehr nach vorne machen und bereitete der FCB-Defensive immer wieder Probleme.
Mit Olises Einwechslung kam dann Schwung in das Offensivspiel der Bayern. Am Ende konnten die Gäste das Spiel noch drehen. Trotzdem bleibt der Eindruck: Ohne Kane wäre es am Dienstag im Bernabeu sehr schwer für die Bayern, der Engländer gibt diesem Team einfach das gewisse Etwas. Nicht nur wegen seiner Tore, sondern auch seiner großen Präsenz – gerade in den großen Spielen.
Bei den Bayern-Verantwortlichen gibt man sich optimistisch, was einen Kane-Einsatz in der spanischen Hauptstadt angeht. Sportvorstand Max Eberl sagte nach dem Spiel: „Die Physios arbeiten daran. Er ist ständig auf dem Gelände und lässt sich pflegen. Wir glauben daran, dass es funktioniert.“ Kompany hofft ebenfalls das Beste: „Vom Gefühl her wird er es schaffen.“
Mit Kane wären die Bayern gegen Real – das seine Generalprobe mit einer 1:2-Pleite auf Mallorca versemmelte – sogar Favorit.
Bis zum Anpfiff heißt es bei den Bayern jetzt weiter: Zittern um Kane.
2. Die Mentalität der Bayern ist beeindruckend
Der Last-Minute-Sieg im Breisgau war eine Demonstration der beeindruckenden Mentalität dieser Bayern-Mannschaft.
Die Meisterschaft ist praktisch schon entschieden, ein Remis wäre auch okay gewesen, aber die Bayern spielten, als ginge es um alles. Auch nach dem Ausgleich machte die Kompany-Truppe weiter Druck bis tief in die Nachspielzeit.
Dass die Partie in Freiburg nicht einfach nur eine lästige Pflichtaufgabe für den Kracher in Madrid war, zeigte auch das Selfievideo, das der zuhausegebliebene Kane nach dem Spiel postete. „Wow, wow, wow, was für ein Comeback“, jubelte der auch vor dem Fernseher sichtlich aufgeriebene Superstar. Das war nicht gespielt, das waren echte Emotionen.
Doppelpacker Tom Bischof brachte es nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: „Wir wären nicht Bayern, wenn wir nicht bis zum Schluss an uns geglaubt hätten. Natürlich war am Ende auch etwas Glück dabei, aber selbst nach dem 2:2 waren wir noch fest entschlossen zu gewinnen“, sagte der Youngster.
Sein Fazit war eine echte Ansage: „Wir wissen einfach, was für eine Mannschaft wir sind. Wir halten immer zusammen.“
3. Bischof empfiehlt sich für mehr – auch die WM?
Bischof machte ein herausragendes Spiel. Seine zwei Treffer waren vom Feinsten, als Linksverteidiger hielt er seine Seite trotz viel Freiburger Drucks sauber und sorgte auch nach vorne für Action. Auch wenn Lennart Karl am Ende das Siegtor einschob: Bischof war Man of the Match und sicherte sich die FCBinside-Note 1.
Der 20-Jährige empfiehlt sich bei den Bayern gerade für mehr – und jetzt vielleicht sogar für die WM?
Für die letzten Länderspiele wurde er von Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht berücksichtigt, als Kapitän der deutschen U21 war sein Einsatz in der EM-Qualifikation auch wichtig. Bischof hat aber weiter eine WM-Chance, gerade mit solchen Leistungen wie in Freiburg.
Für das DFB-Team könnte er beim Turnier im Sommer eine echte Option sein. Gerade weil Bischof so vielseitig einsetzbar ist, was er bei Bayern zuletzt immer wieder bewies.

Auf der Linksverteidigerposition überzeugte er mehrmals. In der Nationalelf könnte er hier zumindest als Backup für den anscheinend gesetzten David Raum fungieren. Aber auch im defensiven Mittelfeld wie auf der Zehn wäre Bischof eine Option. Solche Spieler sind in einem Turnierkader Gold wert, weil sie gleich mehrere Planstellen abdecken können.
Zuletzt sagte Bischof angesprochen auf seine WM-Hoffnungen, er habe zumindest noch keinen Urlaub geplant. Mit Blick auf seine aktuellen Leistungen ist das wahrscheinlich auch eine kluge Entscheidung.

