Rechtzeitig zum Champions-League-Kracher gegen Real Madrid ist Jamal Musiala zurück beim FC Bayern – doch der Weg dorthin war deutlich komplizierter, als viele vermutet hatten.
Nach mehreren Wochen voller Rückschläge und Unsicherheiten stand der 23-Jährige beim 3:2-Erfolg gegen den SC Freiburg erstmals wieder auf dem Platz. Rund 25 Minuten sammelte der Offensivspieler Spielpraxis, ehe er nun auch die Reise nach Madrid antrat. Ein wichtiges Signal vor dem Viertelfinal-Hinspiel im Estadio Santiago Bernabéu.
Eberl gibt seltene Einblicke in Musialas Zustand
Vor dem Abflug machte Sportvorstand Max Eberl deutlich, dass es sich bei Musialas Situation um weit mehr als eine gewöhnliche Verletzung handelt.
„Es ist keine Verletzung, die mal so im Vorbeigehen rehabilitiert wird“, erklärte der 52-Jährige und öffnete damit bewusst den Blick für die Komplexität des Falls.
Besonders bemerkenswert: Eberl sprach nicht nur über die körperlichen Aspekte, sondern auch über die mentale Komponente. „Da ist viel Körperlichkeit dabei, aber auch Seele und Psyche sind mit dabei“, betonte er.
Damit wird klar, wie tiefgreifend die Auswirkungen der schweren Verletzung aus dem Sommer 2025 waren. Musiala hatte sich bei der Klub-WM einen Wadenbeinbruch sowie mehrere Bänderrisse im Sprunggelenk zugezogen – ein Einschnitt, der weit über eine normale Verletzung hinausgeht.
Rückschläge nach dem Comeback

Nach seinem ersten Comeback im Januar folgte prompt der nächste Dämpfer. Immer wieder wurde Musiala durch kleinere Probleme zurückgeworfen, zuletzt nach dem Spiel gegen Atalanta Bergamo.
Eberl erklärte nun erstmals genauer, woran das lag: „Er hatte noch einmal Probleme nach dem Bergamo-Spiel, wo eben Verklebungen in dem Knöchel auftraten.“ Eine besonders heikle Situation, denn: „Es ist nicht alles lupenrein und jungfräulich, sondern auch operativ und angeschlagen.“
Diese Worte verdeutlichen, dass Musialas Sprunggelenk weiterhin eine sensible Baustelle ist. Der Heilungsprozess braucht Zeit – und vor allem Geduld.
Genau deshalb entschieden sich die Verantwortlichen bewusst für einen vorsichtigen Ansatz. „Dementsprechend war es für uns klar, dass diese Reintegration auch ein Stück weit Zeit benötigt“, so Eberl.
Auch Sportdirektor Christoph Freund hatte zuletzt betont: „Es ist nicht einfach für Jamal gerade, weil er immer wieder kleinere Rückschläge hat.“
Umso wichtiger war der Einsatz gegen Freiburg. Nicht wegen spektakulärer Aktionen, sondern wegen der Art und Weise, wie sich Musiala präsentierte.
„Er war bereit“ – positives Signal vor Real
Eberl zeigte sich mit dem Comeback zufrieden: „Er schmeißt sich rein für die Mannschaft. Er hat einen sehr guten Eindruck gemacht.“ Dabei gehe es aktuell weniger um Perfektion, sondern um das Gefühl: „Es geht darum, dass er sich gerade bereit fühlt.“
Genau diesen Eindruck habe Musiala intern vermittelt. „Den Eindruck hat er uns am Samstag vermittelt, dementsprechend sind wir froh, dass er mit dabei ist im Bernabéu.“
Die Rückkehr des Offensivstars kommt für den FC Bayern zur richtigen Zeit. Gerade in der heißen Phase der Saison – mit den Duellen gegen Real Madrid und mit Blick auf die Weltmeisterschaft – ist ein fitter Musiala von enormer Bedeutung.
Klar ist aber auch: Der Weg zurück zur Topform ist noch nicht abgeschlossen.
Nach Monaten voller Rückschläge, Zweifel und intensiver Reha steht Musiala nun an einem entscheidenden Punkt. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob er nicht nur zurück ist – sondern wieder der Unterschiedsspieler werden kann, der er vor seiner Verletzung war.

