Der FC Bayern hat mit dem 2:1-Sieg im Santiago Bernabéu ein echtes Statement gesetzt – doch ein Blick in die internationale Presselandschaft zeigt: Dieses Viertelfinale ist noch lange nicht entschieden. Während die Münchner für ihren Auftritt gefeiert werden, klammert sich Real Madrid weiterhin an seine Comeback-DNA.
In der deutschen Medienlandschaft überwiegt die Begeisterung über den Auftritt des Rekordmeisters deutlich. Der kicker hebt vor allem die historische Dimension des Erfolgs hervor: „Bayern gewinnt erstmals seit 2001 im Bernabeu“ und verschafft sich damit eine „bessere Ausgangslage fürs Rückspiel“.
Die BILD wird noch deutlicher und kürt den FCB nach der Machtdemonstration kurzerhand selbst zum „königlichen“ Team. „Dieser Auftritt war KÖNIGLICH!“, heißt es dort – verbunden mit der Einschätzung, dass das Halbfinale bereits „ganz nah“ sei.
Auch SPORT1 sieht die Münchner klar auf Kurs: „Durststrecke beendet! Der Bayern ist auf Halbfinal-Kurs!“ Besonders hervorgehoben werden dabei Harry Kane als Torschütze und Manuel Neuer, der einmal mehr seine Weltklasse unter Beweis gestellt habe.
Spanien schwankt zwischen Respekt und Hoffnung
Ganz anders fällt der Tenor in Spanien aus – respektvoll, aber kämpferisch. Die MARCA spricht von einem „Hoffnungsschimmer“ durch Mbappé und erinnert daran, dass in Europa „alles möglich“ sei. Die Botschaft ist klar: Real lebt noch.
Auch die AS sieht Bayern zwar klar überlegen, betont aber das Comeback-Potenzial der Königlichen: „Hoffnungsvolles Ende eines schlechten Tages.“ Besonders hervorgehoben wird dabei die „heldenhafte Leistung“ von Manuel Neuer.
Die Mundo Deportivo erkennt die Dominanz der Bayern an, stellt aber gleichzeitig fest, dass Real mit seiner individuellen Klasse jederzeit zurückschlagen kann: „Diese Niederlage erlaubt es, weiter zu träumen.“
Ähnlich formuliert es die SPORT: Bayern habe Real „am Rande des Abgrunds am Leben gehalten“ – ein Satz, der perfekt beschreibt, wie knapp dieses Duell trotz Überlegenheit bleibt.
England hebt Neuer-Faktor hervor, Italien sieht verpasste Bayern-Chance
Die englischen Medien rücken vor allem die Dramaturgie des Spiels in den Fokus. The Guardian spricht von einer „wilden Nacht im Bernabéu“, die beinahe wieder in einem dieser legendären Real-Comebacks geendet hätte – wäre da nicht Manuel Neuer gewesen.
Der 40-Jährige wird als entscheidender Faktor beschrieben, der Madrid „gerade noch in Schach hielt“.
Auch The Athletic erkennt die starke Bayern-Leistung an, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass die Entscheidung noch aussteht: Real habe „einige bittere Momente“ erlebt, sei aber „noch längst nicht raus“.
In Italien fällt die Analyse etwas nüchterner aus. Die Gazzetta dello Sport spricht davon, dass Bayern „die erste Runde gewinnt“, aber mehr hätte daraus machen können.
Die Münchner hätten Real „leiden lassen“ und „himmlischen Fußball“ gezeigt – gleichzeitig sei das 2:1 aus Bayern-Sicht fast zu wenig. Oder wie es treffend heißt: „Was die Madridistas als halb voll empfanden, ist für die Bayern sicherlich halb leer.“
Auch hier steht Manuel Neuer im Mittelpunkt, der als „brillant“ beschrieben wird und maßgeblich zum Sieg beigetragen habe.
Der Tenor ist eindeutig – Bayern war besser, Bayern hat verdient gewonnen. Aber dieses Duell ist noch nicht vorbei. Und genau das macht dieses „Mutter aller Europacup-Duelle“ einmal mehr so besonders.

