Gräfe-Klartext zur Olise-Szene in Madrid: „Zwingender Elfmeter“

Manuel Behlert
Foto: IMAGO

Der FC Bayern hat sich mit dem 2:1-Erfolg bei Real Madrid eine hervorragende Ausgangsposition im Viertelfinale der Champions League erarbeitet. Der Fokus lag nach Abpfiff zwar auf der starken Leistung der Münchner, doch eine Szene aus der Schlussphase sorgt weiterhin für Diskussionen – und rückt auch den Schiedsrichter in den Mittelpunkt.


Kurz vor dem Ende der Partie kam es zu einer strittigen Situation im Strafraum der Königlichen. Michael Olise wurde nach einem Zweikampf mit Álvaro Carreras zu Fall gebracht, doch Schiedsrichter Michael Oliver ließ weiterspielen. Während die Szene zunächst kaum Einfluss auf den Spielausgang hatte, entbrannte im Nachgang eine intensive Debatte.

Gräfe spricht von „zwingendem Elfmeter“

Vor allem aus Bayern-Sicht war die Bewertung eindeutig: Für viele Beobachter lag ein klares Foul vor. Auch in der Analyse bei Amazon Prime Video gingen die Meinungen auseinander, wobei mehrere Experten zumindest Verständnis für einen möglichen Elfmeterpfiff zeigten.

Mittlerweile hat sich auch Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe zu Wort gemeldet – und positioniert sich klar. Gegenüber der BILD erklärte er: „Bayern hätte 3:1 gewinnen können, wenn Schiedsrichter Michael Oliver den zwingenden Elfmeter an Olise gegeben hätte. Er wird von hinten gerempelt und umgestoßen. Chris Kramer hat in der Analyse gesagt, dass er ihn gepfiffen hätte – und genau da gehe ich auch mit.“

Die Aussage des ehemaligen Bundesliga-Referees unterstreicht, dass die Szene durchaus eine andere Bewertung hätte bekommen können. Angesichts der bekannten Stärke von Harry Kane vom Punkt wäre ein dritter Treffer für die Münchner durchaus wahrscheinlich gewesen.

Auch Glück für Bayern: Gräfe sieht kritische Tah-Szene

Real vs. Bayern
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Neben der Elfmeterdiskussion wies Gräfe jedoch auch auf eine Szene hin, in der der FC Bayern seiner Meinung nach Glück hatte. Dabei ging es um einen Zweikampf zwischen Jonathan Tah und Kylian Mbappé.

„Glück hatte Bayern aber bei einer anderen Szene, als Tah foulte und der Ball schon weg war. Er traf mit dem Stollen das Wadenbein von Mbappé, das war gesundheitsgefährdend. Der Real-Trainer beschwerte sich nach dem Spiel, auch zurecht“, so Gräfe weiter.

Damit relativiert der Ex-Schiedsrichter die Diskussion ein Stück weit und macht deutlich, dass es auf beiden Seiten strittige Entscheidungen gab. Dennoch bleibt die Szene um Olise der zentrale Streitpunkt – und zeigt einmal mehr, wie schmal der Grat bei Entscheidungen auf höchstem Niveau ist.

Für den FC Bayern hat die Diskussion letztlich keine direkten Auswirkungen auf das Ergebnis. Doch sie liefert zusätzlichen Gesprächsstoff vor dem Rückspiel – und unterstreicht, wie intensiv und emotional dieses Duell auf und neben dem Platz geführt wird.

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