„Nicht akzeptabel“: Bayern-Boss attackiert Polizei nach Vorfällen in Madrid

Vjekoslav Keskic
Foto: IMAGO

Der FC Bayern hat sportlich einen perfekten Abend im Estadio Santiago Bernabéu erlebt – doch abseits des Rasens überschatten heftige Vorfälle den 2:1-Erfolg gegen Real Madrid. Nach dem Champions-League-Hinspiel äußerten die Verantwortlichen des Rekordmeisters deutliche Kritik am Vorgehen der spanischen Polizei gegenüber Bayern-Fans.


Vorstandschef Jan-Christian Dreesen fand klare Worte und sprach trotz der „wunderbaren Champions-League-Nacht“ von „völlig überzogenen Übergriffen der spanischen Polizei gegen unsere Fans“. Damit rückten die Geschehnisse rund um den Stadionbesuch in den Mittelpunkt – und sorgten für große Empörung im Bayern-Lager.

Dreesen erhebt schwere Vorwürfe

Auslöser der Kritik sind Videoaufnahmen, die unter anderem von der Sportsendung El Desmarque veröffentlicht wurden. Darauf ist zu sehen, wie Polizeikräfte am Einlass zum Bernabéu-Stadion gegen Bayern-Anhänger vorgehen. Berichten zufolge sollen Fans ohne erkennbaren Anlass geschubst, aus der Menge gezogen und teilweise auch mit Schlagstöcken konfrontiert worden sein.

Besonders erschütternd: In einer Sequenz ist ein Fan zu sehen, der stark am Kopf blutet. Die genaue Ursache der Verletzung ist zwar nicht eindeutig zu erkennen, dennoch verstärken die Bilder den Eindruck eines unverhältnismäßigen Einsatzes.

Dreesen machte in seiner Stellungnahme deutlich, wie der Klub die Situation bewertet: „Dieses Vorgehen gegen unsere sich friedlich verhaltenden Anhänger ist nicht nachvollziehbar und nicht akzeptabel.“ Zudem kritisierte er, dass solche Vorfälle bei Auswärtsspielen in Europa offenbar keine Einzelfälle mehr seien: „Es kann nicht sein, dass ein derartiges Verhalten der Polizei mittlerweile bei Auswärtsspielen in Europa fast schon zur Normalität gehört.“

Wiederkehrende Probleme bei Auswärtsspielen

Real vs. Bayern
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Die jüngsten Ereignisse fügen sich in eine Reihe ähnlicher Vorfälle ein. Bereits in der Vergangenheit war es bei Spielen in Madrid zu harten Einsätzen der Sicherheitskräfte gekommen. Besonders in Erinnerung geblieben ist das Viertelfinal-Rückspiel vor rund neun Jahren, als Polizisten im Bayern-Block einschritten und massiv gegen Fans vorgingen.

Doch nicht nur in Spanien kam es zuletzt zu Problemen. Auch beim Champions-League-Spiel in Paris im vergangenen November sorgten Maßnahmen der Behörden für Kritik. Damals mussten sich Fanbusse der Münchner an einer Mautstelle außerhalb der Stadt sammeln – ohne ausreichende Versorgungs- oder sanitäre Möglichkeiten. Der FC Bayern leitete daraufhin juristische Schritte ein und sprach von „beispiellosen“ sowie „ungeheuerlichen“ Zuständen.

Die aktuellen Vorfälle in Madrid dürften die Debatte über den Umgang mit Auswärtsfans in Europa erneut anheizen. Für den FC Bayern bleibt trotz des sportlichen Erfolgs ein bitterer Beigeschmack – und die klare Forderung nach Konsequenzen.

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