Generalprobe für Real? Kompany setzt klare Marschroute für Pauli-Spiel

Vjekoslav Keskic
Foto: IMAGO

Der FC Bayern steht vor einer richtungsweisenden Phase – und mittendrin wartet mit dem Auswärtsspiel beim FC St. Pauli die nächste Herausforderung. Nach dem starken 2:1-Erfolg bei Real Madrid richtet sich der Fokus nun wieder auf die Bundesliga, doch die Partie am Millerntor hat eine besondere Bedeutung. Für Vincent Kompany und sein Team ist es zugleich die Generalprobe für das entscheidende Rückspiel in der Champions League.


Im Pressetalk vor der Begegnung machte der Bayern-Coach deutlich, dass er großen Wert auf die richtige Balance legt. Einerseits soll die Belastung gesteuert werden, andererseits möchte man das hohe Niveau aus dem Bernabéu-Spiel beibehalten. „Ehrlicherweise weiß ich noch nicht alles, ich brauche die letzte Information aus dem Training, wie die Jungs sich fühlen“, erklärte Kompany.

Kompany fordert Real-Intensität auch gegen St. Pauli

Der Belgier stellte klar, dass die Herangehensweise unabhängig vom Gegner gleichbleiben soll. „Ich will eine Mannschaft haben, die genauso gefordert wird, wie die gegen Madrid – die Konzentration, Motivation und Intensität hat wie Madrid“, betonte er.

Dabei spielt vor allem die körperliche Frische eine entscheidende Rolle. Kompany will kurzfristig entscheiden, welche Spieler bereit sind, die nötige Energie auf den Platz zu bringen. „Ich möchte schauen, wie frisch die Spieler sind, damit sie gegen St. Pauli genauso energiereich auftreten wie gegen Madrid“, so der 40-Jährige.

Gleichzeitig machte er deutlich, dass mögliche Wechsel nichts am grundsätzlichen Ansatz ändern sollen: „Wenn wir wechseln, wollen wir nicht verlieren, was wir bis jetzt gemacht haben.“

Rotation als Teil der Bayern-DNA

Harry Kane
Foto: IMAGO

Auch das Thema Rotation sprach Kompany offen an – und verwies dabei auf die bisherige Saison. Gerade die Breite im Kader sei ein entscheidender Faktor für den bisherigen Erfolg gewesen. „Wir müssen schauen, was wir in dieser Saison gemacht haben: Wir sind am 10. April nur an diesem Punkt, weil die gesamte Mannschaft beteiligt war“, erklärte er.

Einzelne Anpassungen im Vergleich zum Real-Spiel sind daher durchaus denkbar, ohne dass die Qualität darunter leiden soll. „Wenn wir ein, zwei Wechsel machen, dann haben wir das schon die ganze Saison so gemacht“, betonte Kompany und verwies darauf, dass diese Herangehensweise bereits früh in der Spielzeit etabliert wurde.

Ein Beispiel dafür ist auch Harry Kane, der gegen Real trotz leichter Beschwerden auflief. „Harry Kane ging es nach dem Spiel gut, er hat ein bisschen über der Schmerzgrenze gespielt. Aber am nächsten Tag gab es keine Reaktion, das ist das Wichtigste“, erklärte Kompany.

Am Ende bleibt der Fokus klar: Der FC Bayern will den Schwung aus Madrid mitnehmen, ohne dabei die Belastung zu unterschätzen. Wer letztlich auf dem Platz stehen wird, ließ der Trainer bewusst offen: „Ich weiß noch nicht, wer spielt, diese Gedanken mache ich mir heute Abend.“

Damit ist klar: Die Generalprobe gegen St. Pauli wird für die Münchner mehr als nur ein Pflichtspiel – sie ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu den ganz großen Zielen.

Teile diesen Artikel