„Zu risikobehaftet“: Hamann kritisiert Kompany-Coaching gegen Real

Manuel Behlert
Foto: Getty Images

Der FC Bayern hat mit dem 2:1-Erfolg bei Real Madrid ein starkes Zeichen in der Champions League gesetzt – und dabei nicht nur sportlich überzeugt, sondern auch taktisch weitgehend überzeugt. Besonders Trainer Vincent Kompany erhielt nach dem Spiel viel Lob aus den eigenen Reihen. Doch nicht alle Beobachter teilen diese Einschätzung uneingeschränkt.


Vorstandschef Jan-Christian Dreesen fand beim traditionellen Bankett nach dem Spiel klare Worte und stellte sich demonstrativ hinter den Belgier: „Vincent, wir alle sind dir zu großem Dank verpflichtet. Du hast die Mannschaft perfekt auf den Gegner, auf das Spiel und auf dieses Stadion vorbereitet. Du hast eine fantastische Leistung gezeigt. Es war eine großartige Mannschaftsleistung.“

Diese Worte unterstreichen, welchen Stellenwert Kompany mittlerweile beim FC Bayern genießt. Der Trainer hat sich auf höchstem Niveau etabliert und führt die Münchner durch eine bislang starke Saison.

Hamann lobt Bayern – und hebt Einzelspieler hervor

Auch Sky-Experte Dietmar Hamann zeigte sich grundsätzlich angetan vom Auftritt des Rekordmeisters. In seiner Kolumne lobte er vor allem mehrere Spieler, die maßgeblich zum Erfolg beigetragen hatten: „Neben Neuer hat in Madrid auch Aleksandar Pavlovic gerade mit seiner Balleroberung vor dem 2:0 ein herausragendes Spiel gemacht wie auch Josip Stanisic, der Vinicius weitestgehend im Zaum halten konnte. Die beiden Bayern-Eigengewächse muss man zusammen mit Olise meiner Ansicht nach aus der wirklich guten Mannschaftsleistung noch einmal positiv hervorheben.“

Die Aussagen zeigen, dass die Mannschaftsleistung insgesamt als sehr stark wahrgenommen wurde – insbesondere auch die Rolle junger Spieler und die defensive Stabilität gegen die Offensivstars von Real Madrid.

Kritik an Kompanys Wechseln

Jamal Musiala
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Trotz des Lobes fand Hamann jedoch auch Ansatzpunkte für Kritik – vor allem bei den Wechselentscheidungen des Bayern-Trainers. Konkret ging es um die Einwechslungen von Jamal Musiala und Alphonso Davies in der 69. Minute.

„Etwas kritisch sehe ich dagegen die Entscheidung von Kompany, in der 69. Minute Musiala und Davies einzuwechseln. Die beiden haben lange nicht gespielt und sie in der Phase, in der Bellingham auf der anderen Seite die Partie an sich gerissen hat, einzuwechseln, empfand ich als zu risikobehaftet“, erklärte Hamann.

Der ehemalige Nationalspieler hätte in dieser Phase andere Lösungen bevorzugt: „Man ist noch durchgekommen, aber wenn du das Spiel beruhigen willst, hätte ich eher einen Goretzka gebracht, der körperliche Präsenz hat und viele Räume zumacht und einen Bischof, der nach seinen Toren im Aufwind ist. Diese beiden hätten in den Situationen, glaube ich, etwas besser gepasst.“

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Der FC Bayern hat sportlich überzeugt und sich eine hervorragende Ausgangsposition erarbeitet. Die Diskussion um Kompanys Wechsel zeigt jedoch, dass selbst bei einem Auswärtssieg im Bernabéu noch Raum für unterschiedliche Bewertungen bleibt – ein Zeichen dafür, wie hoch die Ansprüche beim Rekordmeister sind.

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