Der FC Bayern feiert am 29. Bundesliga-Spieltag einen Kantersieg beim FC St. Pauli. FCBinside liefert drei Erkenntnisse zur Partie.
Die Bayern gewinnen deutlich mit 5:0 auf dem Kiez. Das Spiel lieferte folgende Erkenntnisse:
1. Kompany hat eine unaufhaltsame Tormaschine gebaut
Die Meisterschaft kann schon nächste Woche entschieden sein: Am 30. Spieltag müssen die Bayern nur noch einen Punkt mehr einfahren als der Tabellenzweite Borussia Dortmund und könnten dann bereits Mitte April den Titel feiern. Die Bayern müssen am Sonntag zu Hause gegen den VfB Stuttgart ran, der BVB tags zuvor bei der TSG Hoffenheim.
Dass der Titelgewinn nur noch eine Frage der Zeit ist, war ja schon länger klar. Deshalb spielen die Bayern in der Bundesliga nur noch um Rekorde. Einen ganz besonders eindrucksvollen schaffte die Mannschaft gegen St. Pauli.
Das zwischenzeitliche 2:0 durch Leon Goretzka war der 102. Saisontreffer des FCB. Damit brachen die Münchner die bisherige Bundesliga-Bestmarke von Franz Beckenbauer und Co. aus dem Jahr 1972. Damals erzielte der Kaiser das Rekordtor für die Münchner und erst 54 Jahre später wurde der Rekord geknackt.
Und nicht nur das: Die Bayern unter Trainer Vincent Kompany werden den Rekord sogar pulverisieren. Nach dem Kantersieg auf St. Pauli stehen die Münchner jetzt schon bei 105 geschossenen Toren. Und fünf Spiele hat das aktuelle Bayern-Team noch Zeit, weiterzutreffen. Die Fans können optimistisch sein, was noch viele Tore in der Restsaison angeht, denn Kompany hat eine unaufhaltsame Tormaschine gebaut.
Das Spiel auf dem Kiez war beispielhaft dafür. Eigentlich war die Partie für die Bayern maximal unpassend gelegen, zwischen Hin- und Rückspiel im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid.
Und trotzdem wollten die Bayern in Hamburg immer noch ein Tor. Auch als der Rekord gebrochen wurde: immer noch ein Tor. Tempo herausnehmen? Immer noch ein Tor!
Die Bayern unter Kompany sind diese Saison maximal gierig und das wird sich in den restlichen Saisonspielen voraussichtlich nicht ändern. Der Torrekord wird von dieser Mannschaft wohl noch deutlich nach oben geschraubt.
2. Bayern ist bereit für Real
Kompany rotierte gegen St. Pauli ordentlich durch, veränderte sein Team auf sieben Positionen im Vergleich zum 2:1-Hinspielsieg in Madrid. Die Münchner gingen die Generalprobe vor dem Rückspiel einmal mehr mit größter Seriosität an und hörten auch nicht auf zu treffen, als die drei Punkte bereits eingefahren waren.
Das geht auch anders, wie Gegner Real bewies. Bei ihrer Generalprobe kamen die Königlichen nicht über ein 1:1 gegen Girona aus dem grauen Tabellenmittelfeld in Spanien hinaus. Selbstvertrauen tanken geht anders.
Die Bayern dagegen sind bereit für Real und gehen als Favorit ins Spiel. Auch wenn man Real Madrid natürlich nie abschreiben darf, wie auch Bayern-Aufsichtsrat Karl-Hein Rummenigge warnte.
„Man darf jetzt nicht den Fehler machen, zu viel Euphorie aufkommen zu lassen. Ich nehme gegenwärtig einen kleinen Hype wahr, und der gefällt mir ehrlich gesagt nicht“, sagte Rummenigge bei DAZN. Und weiter: „Real Madrid hat uns auch hier in München schon oft genug geärgert, daran möchte ich erinnern.“
Die Bayern von heute wirken allerdings nicht so, als nähmen sie den Gegner nicht ernst genug. Kompanys Philosophie war es ja gerade die ganze Saison über, immer nur über den nächsten Gegner zu sprechen und jedes Team ernst zu nehmen. Siehe eben auch den Auftritt bei St. Pauli. Es ist schwer vorstellbar, dass bei Bayern gerade vor dem Real-Rückspiel der Schlendrian einkehrt. Zu seriös gehen die Spieler und Kompany aktuell jede Aufgabe an.
3. Musiala kann noch zur Waffe werden

Harry Kane, Michael Olise, Luis Diaz, Serge Gnabry – spätestens nach dem Sieg im Bernabeu schwärmte ganz Fußball-Europa von der Bayern-Offensive. Jamal Musiala kam in Madrid nur von der Bank und konnte dann nicht mehr wirklich Akzente setzen.
Musiala wurde in dieser Saison gebeutelt von seiner schweren Verletzung bei der Klub-WM und darauffolgenden Blessuren. Doch auf St. Pauli machte Musiala wahrscheinlich sein bestes Spiel in dieser Saison. Mit seinem Treffer zum 1:0 – per Kopf! – brachte er die Bayern auf die Siegerstraße. Zudem bereitete Musiala auch das 4:0 durch Nicolas Jackson vor.
Ex-Bayern-Boss Oliver Kahn hatte Musiala zuvor noch öffentlich den Ratschlag gegeben, er solle die anstehende WM doch lieber sausen lassen, um richtig fit zu werden.
Nach dem Spiel stellte der 23-Jährige klar, dass er sehr wohl bei dem Turnier „dem Land und der Mannschaft“ helfen will.
Doch nicht erst im Sommer kann Musiala wertvoll für Deutschland werden. Die Nummer 10 der Bayern kann auch noch für den Verein in den entscheidenden Spielen der Saison eine Waffe werden. Mit seiner Weltklasse-Technik, den unnachahmlichen Dribblings und seinem Torriecher ist Musiala immer für eine spielentscheidende Aktion gut.
Vielleicht im Halbfinale des DFB-Pokals in Leverkusen. Vielleicht in einem möglichen Champions-League-Halbfinale. Oder sogar schon am Mittwoch gegen Real!

