Leon Goretzka hat sich beim FC Bayern in die Geschichtsbücher eingetragen – ohne es zunächst überhaupt zu wissen. Beim 5:0-Auswärtssieg gegen den FC St. Pauli erzielte der Mittelfeldspieler den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 und sorgte damit für einen historischen Moment in der Bundesliga.
Mit seinem Tor fiel das 102. Saisontor der Münchner – und damit wurde der legendäre Rekord aus der Saison 1971/72 gebrochen, als die Bayern 101 Treffer erzielt hatten. Eine Bestmarke, die über fünf Jahrzehnte Bestand hatte und nun von der Mannschaft von Vincent Kompany eindrucksvoll übertroffen wurde. Am Ende schraubten die Bayern den neuen Rekord sogar auf 105 Tore.
Goretzka ahnt nichts vom Rekord
Kurios: Goretzka selbst wusste unmittelbar nach seinem Treffer gar nichts von der historischen Dimension seines Tores. „Ehrlich gesagt nicht, aber nach dem Spiel haben es mir dann einige gesagt“, erklärte der 31-Jährige im Interview bei Sky.
Er musste sich den Moment sogar erst einordnen lassen: „Ich musste mir auch erst mal erklären lassen, welcher Rekord.“
Trotzdem zeigte sich der Nationalspieler im Nachgang durchaus erfreut darüber, Teil dieses besonderen Kapitels zu sein – auch mit einem Augenzwinkern.
Vom Eigentor zur Rekordmarke

Goretzka erinnerte dabei an einen weniger ruhmreichen Eintrag in die Geschichtsbücher. „Ich glaube, ich stehe bis jetzt mit dem schnellsten Eigentor der Bundesliga-Geschichte drin“, sagte er schmunzelnd. Tatsächlich hatte er 2019 beim Spiel in Augsburg bereits nach 13 Sekunden ins eigene Netz getroffen.
Umso schöner sei es nun, auch mit einem positiven Rekord verbunden zu werden: „Das ist natürlich ganz nett, dass man da auch noch einen anderen Punkt hat, in dem man sich verewigt hat.“
Fokus liegt auf Real Madrid
Trotz aller Rekorde richtet sich der Blick beim FC Bayern längst wieder nach vorne. Goretzka zeigte sich vor dem Rückspiel gegen Real Madrid selbstbewusst, warnte aber zugleich vor zu viel Euphorie: „Wir spielen zu Hause. Da fühlen wir uns sehr, sehr wohl. In der Regel fühlt sich der Gegner da nicht so wohl.“
Dennoch machte er klar: „Das ist immer noch eine Riesen-Challenge.“
Der FC Bayern hat sich mit dem Hinspiel-Sieg eine starke Ausgangsposition erarbeitet – doch Goretzka weiß: Für den Einzug ins Halbfinale braucht es noch einmal eine Top-Leistung.

