Michael Olise hat beim 5:0-Auswärtssieg des FC Bayern beim FC St. Pauli nicht nur sportlich für Aufsehen gesorgt – auch sein Torjubel wurde zum Gesprächsthema. Der Franzose traf zum zwischenzeitlichen 3:0 und provozierte anschließend mit einer Geste die heimischen Fans.
Nach seinem Treffer hielt sich Olise demonstrativ die Hand ans Ohr und forderte die St.-Pauli-Anhänger auf, lauter zu werden. Eine Aktion, die im Stadion nicht gut ankam. Schon zuvor war der Bayern-Star nach einem Zweikampf mit Karol Mets ausgepfiffen worden – sein Jubel heizte die Stimmung zusätzlich an.
Eberl stellt sich vor Olise
Während die Reaktionen von den Rängen deutlich ausfielen, bekam Olise aus den eigenen Reihen Rückendeckung. Sportvorstand Max Eberl zeigte Verständnis für die Reaktion seines Offensivspielers und ordnete die Szene ein.
„Er hat Emotionen, er ist ein unfassbar guter Fußballer und muss natürlich immer damit rechnen, dass er auch mal geneckt und geärgert wird“, erklärte Eberl nach dem Spiel. Für ihn seien solche Situationen Teil des Spiels: „Ich finde, solche Emotionen gehören zu einem Fußballspiel auch dazu.“
Tatsächlich hatte Olise zuvor immer wieder den Druck der Heimfans gespürt – seine Reaktion wirkte daher wie eine direkte Antwort auf die Atmosphäre im Stadion.
Kritik von Matthäus – „Das muss nicht sein“

Doch nicht alle konnten der Aktion etwas abgewinnen. Sky-Experte Lothar Matthäus äußerte sich kritisch und meinte: „Das muss nicht sein.“ Auch Kommentator Wolff Fuss sprach von einer „dezenten Provokation“.
Die Reaktion der Fans ließ nicht lange auf sich warten. Bis zu seiner Auswechslung wurde Olise bei nahezu jedem Ballkontakt lautstark ausgepfiffen. Selbst beim Verlassen des Platzes blieb die Stimmung aufgeheizt – Konfetti flog in seine Richtung.
Der Franzose reagierte jedoch gelassen, zeigte den Daumen nach oben und verabschiedete sich mit Applaus in Richtung der Tribünen.

