Machtverlust beim FC Bayern: Max Eberl gerät zunehmend unter Druck

Vjekoslav Keskic
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Beim FC Bayern läuft es sportlich rund – doch hinter den Kulissen zeichnet sich eine brisante Entwicklung ab. Sportvorstand Max Eberl, der mit Transfers wie Michael Olise oder der Verpflichtung von Vincent Kompany wichtige Impulse gesetzt hat, scheint intern zunehmend an Einfluss zu verlieren.


Bereits im März wurde berichtet, dass eine Vertragsverlängerung über 2027 hinaus alles andere als sicher ist. Medienberichten zufolge werden die Chancen auf 50:50 eingeschätzt – und die jüngsten Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich diese Tendenz eher verschlechtert als verbessert, wie die BILD berichtet.

Auch der kicker vermeldet, dass es an der Säbener Straße brodeln soll. Vor allem das Verhältnis zwischen Eber und Sportdirektor Christoph Freund ist nach Informationen des kicker angespannt.

Personalentscheidungen als klares Signal

Besonders deutlich wird die schwindende Hausmacht Eberls bei internen Personalfragen. Wunschlösungen des 52-Jährigen konnten zuletzt nicht umgesetzt werden. So erhielt etwa sein enger Vertrauter Nils Schmadtke nicht die von Eberl angestrebte langfristige Verlängerung, sondern lediglich einen Vertrag über 1,5 Jahre – also exakt bis zum Ende von Eberls aktuellem Arbeitspapier.

Auch in anderen Fällen konnte sich der Sportvorstand offenbar nicht durchsetzen. Markus Weinzierl soll keinen neuen Vertrag erhalten, obwohl Eberl sich dafür starkgemacht haben soll. Diese Entscheidungen gelten intern als klare Indizien dafür, dass sein Einfluss nicht uneingeschränkt ist.

Campus rückt ins Zentrum der Macht

Christoph Freund
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Parallel dazu gewinnt ein anderer Bereich im Klub zunehmend an Bedeutung: der Campus. Die Nachwuchsarbeit wird beim FC Bayern immer stärker zur strategischen Säule – sportlich wie wirtschaftlich.

Mit personellen Veränderungen und strukturellen Anpassungen wird dieser Bereich gezielt gestärkt. Christoph Freund soll mehr Verantwortung übernehmen, insbesondere im Jugendbereich. Zudem wird mit Michael Wiesinger ein neuer NLZ-Chef installiert, während weitere Positionen neu geschaffen oder angepasst werden.

Diese Entwicklung ist kein Zufall. Laut der BILD steckt maßgeblich Uli Hoeneß hinter dem neuen Kurs, der schon früh auf eine stärkere Integration eigener Talente gedrängt haben soll. Der Erfolg gibt ihm recht: Unter Vincent Kompany feierten in dieser Saison bereits acht Nachwuchsspieler ihr Profi-Debüt – ein außergewöhnlicher Wert.

Eberl zwischen Erfolg und Druck

Für Eberl ergibt sich daraus eine komplizierte Situation. Zwar stimmen die sportlichen Ergebnisse und auch seine Transfers zahlen sich aus, doch im internen Machtgefüge scheint sich das Gleichgewicht zu verschieben.

Während die Campus-Strategie immer mehr Rückhalt in der Führungsetage gewinnt, verliert der Sportvorstand offenbar an Einfluss bei zentralen Entscheidungen. Eine Entwicklung, die seine Zukunft beim Rekordmeister zunehmend unsicher macht.

Beim FC Bayern geht es nicht nur um Titel – sondern auch um Machtstrukturen. Und genau dort steht Eberl aktuell vor seiner größten Herausforderung.

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