Jubel-Eklat gegen Real: Polizei ermittelt gegen Bayern-Fans

Vjekoslav Keskic
Foto: IMAGO

Der dramatische 4:3-Erfolg des FC Bayern gegen Real Madrid in der Champions League sorgt nicht nur sportlich für Schlagzeilen, sondern hat nun auch ein juristisches Nachspiel. Nach dem umjubelten Siegtreffer in der Allianz Arena ist es zu einem folgenschweren Zwischenfall gekommen, der inzwischen die Polizei beschäftigt.


Nach Informationen der BILD haben sich bereits während der Schlussphase der Partie mehrere Bayern-Ultras unerlaubt Zugang zum Innenraum verschafft. Nach dem Abpfiff stürmten sie in Richtung Spielfeldrand, um gemeinsam mit den Spielern zu feiern – mit schwerwiegenden Konsequenzen.

In der Euphorie über den späten Sieg wurden mehrere Fotografen, die sich im Bereich der Werbebanden aufhielten, überrannt. Besonders dramatisch: Ein Fotograf der Nachrichtenagentur Reuters verlor im Tumult das Bewusstsein und musste medizinisch versorgt werden.

Auch eine weitere Fotografin wurde verletzt und erlitt eine Platzwunde am Kopf. Beide Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die Risiken solcher unkontrollierten Jubelszenen.

Polizei nimmt Ermittlungen auf

Die Münchner Polizei hat mittlerweile ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Polizeisprecher Christian Drexler erklärte, dass dies „von Amts wegen“ geschehen sei – ausgelöst durch die mediale Berichterstattung.

Demnach wird wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt. Brisant dabei: Weder der FC Bayern noch das Rote Kreuz hatten den Vorfall zunächst gemeldet. Auch der betroffene Fotograf hat sich bislang nicht selbst bei den Behörden gemeldet.

Die Polizei wertet nun Videoaufnahmen aus dem Stadion aus, um den genauen Ablauf zu rekonstruieren und mögliche Verantwortliche zu identifizieren.

Fans zeigen Reue

Bayern-Fans
Foto: IMAGO

Das unerlaubte Betreten des Innenraums ist grundsätzlich streng untersagt und fällt in die Verantwortung des Veranstalters sowie des Stadionbetreibers. Dass es den Fans dennoch gelang, diese Bereiche zu erreichen, wirft Fragen zur Sicherheitsorganisation auf.

Offenbar war das Sicherheitspersonal in der emotionalen Schlussphase nicht in der Lage, das Eindringen zu verhindern. Ein Umstand, der intern aufgearbeitet werden dürfte.

Wie berichtet wird, hat es nach dem Vorfall bereits Gespräche zwischen dem FC Bayern und den betroffenen Ultra-Gruppierungen gegeben. Dabei sollen die Fans ihr Verhalten bedauert und sich für die entstandenen Verletzungen entschuldigt haben.

Trotz dieser Reue bleibt der Vorfall gravierend. Während sportlich ein unvergesslicher Champions-League-Abend gefeiert wurde, sorgt das Geschehen abseits des Platzes jetzt für ein unangenehmes Nachspiel – mit möglichen rechtlichen Konsequenzen.

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