Uli Hoeneß hat mit einer kuriosen Anekdote aus der Tuchel-Zeit für Aufsehen gesorgt – und gleichzeitig erneut Kritik am Ex-Coach des FC Bayern geübt.
Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat im Podcast „Auf eine weiß-blaue Tasse“ eine bemerkenswerte Geschichte aus der Amtszeit von Thomas Tuchel beim FC Bayern enthüllt – und dabei deutlich gegen den heutigen England-Coach ausgeteilt.
„Den Stanisic hat er mal gefragt, ob er Deutsch kann, dabei ist er hier geboren“, erklärte Hoeneß und machte damit seine Verwunderung über die Situation deutlich. Für den langjährigen Bayern-Macher ein Beispiel für grundlegende Defizite: „Das sind alles so Dinge, die nicht gehen. Und da ist der große Unterschied.“
Kuriose Szene um Stanisic
Die Aussage wirkt vor allem deshalb überraschend, weil Josip Stanisic in München geboren wurde und seit Jahren Teil des FC Bayern ist. Zwar läuft der Verteidiger international für Kroatien auf, sprachlich ist er jedoch selbstverständlich im Deutschen zu Hause.
Seit 2017 steht Stanisic beim Rekordmeister unter Vertrag, durchlief große Teile seiner Ausbildung in München und kennt den Verein bestens. Unter Tuchel spielte er jedoch kaum eine Rolle und wurde zwischenzeitlich zu Bayer Leverkusen verliehen, wo er sogar die Meisterschaft gewann.
Nach seiner Rückkehr ist der 26-Jährige inzwischen wieder fester Bestandteil der Mannschaft unter Vincent Kompany.
Hoeneß lobt Kompany – Kritik an Tuchel
Hoeneß nutzte die Anekdote auch, um den aktuellen Trainer hervorzuheben. „Zwei Dinge sind wichtig. Dieser Trainer macht jeden Spieler besser. Und ich habe ihn noch nie eine Pressekonferenz leiten sehen, dass er gesagt hat: Ich brauche einen linken Verteidiger, ich brauche einen rechten Verteidiger, wie das unter Tuchel der Fall war.“
Gleichzeitig kritisierte der 74-Jährige die öffentliche Kommunikation seines früheren Trainers deutlich: „Wenn da nicht gut gespielt wurde, hat der sich nie selbst hinterfragt, sondern da war immer die Mannschaft schuld: ‚Mit dem rechten Verteidiger geht das nicht, Kimmich ist auch nicht so ein guter Spieler'“.
Auch bei anderen Spielern habe Tuchel klare Aussagen getroffen, die intern nicht überall gut ankamen.
Unterschiedliche Ansätze in der Kaderplanung
Ein zentraler Kritikpunkt von Hoeneß bleibt die Transferpolitik unter Tuchel. Immer wieder habe dieser neue Spieler gefordert, anstatt auf bestehende Lösungen zu setzen: „Wir wollten dagegen versuchen, mit mehr eigenen Spielern auch mittelfristig zu arbeiten. Wenn ich daran denke, wie viele teure Spieler da immer wieder gefordert wurden. Jedes Mal, wenn wir einen verletzten Spieler hatten, wurde nach neuen Spielern gerufen.“

Unter Kompany sei dies anders: Der Belgier arbeite stärker mit dem vorhandenen Kader und entwickle Spieler weiter, anstatt öffentlich Verstärkungen einzufordern.

