Der Südschlager zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart ist von massiven Ausschreitungen überschattet worden. Bereits mehr als zwei Stunden vor Anpfiff kam es rund um die Allianz Arena zu heftigen Fan-Krawallen, die ein Großaufgebot der Polizei auf den Plan riefen.
Nach übereinstimmenden Berichten stürmten über 150 vermummte Stuttgart-Anhänger vom U-Bahnhof Fröttmaning in Richtung Stadion und griffen gezielt den Treffpunkt der Bayern-Ultras am Südkurvenplatz an. Die Münchner Fans reagierten prompt – mehrere hundert Anhänger stellten sich den Angreifern entgegen. Innerhalb kürzester Zeit eskalierte die Situation.
Polizei nimmt 150 Fans fest
Die Polizei rückte mit zahlreichen Einsatzkräften an und griff mit Schlagstöcken sowie Pfefferspray ein, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Mehrere Hundertschaften waren im Einsatz.
Eine größere Gruppe der Beteiligten konnte eingekesselt werden. Insgesamt wurden rund 150 Stuttgart-Anhänger festgenommen und ins Münchner Polizeipräsidium gebracht, wie die BILD berichtet.

Bei den Ausschreitungen wurden nach ersten Angaben auch Einsatzkräfte verletzt. Zwei Polizisten erlitten Platzwunden.
Polizeisprecher Thomas Schelshorn bestätigte den Vorfall und erklärte: „Nach aktuellem Kenntnisstand kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Ultras des VfB Stuttgart und des FC Bayern München. Die Polizei konnte die Situation einfrieren. Aktuell befinden sich über 100 Personen in einer polizeilichen Maßnahme.“
Wie es weitergeht, wird nun in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft geklärt.
Kein organisierter Support der VfB-Ultras
Die Konsequenzen waren auch im Stadion spürbar. Die Ultra-Gruppierung „Commando Cannstatt“ teilte zu Beginn der Partie mit, dass es aufgrund der polizeilichen Maßnahmen keinen organisierten Support geben werde. Entsprechend blieb es im Gästeblock ungewohnt ruhig.
Während der FC Bayern auf dem Platz mit dem Sieg gegen Stuttgart die 35. Deutsche Meisterschaft perfekt machte, sorgten die Vorfälle außerhalb der Arena für einen bitteren Beigeschmack.
Die Ereignisse dürften ein Nachspiel haben – sowohl für die beteiligten Fans als auch für die Sicherheitsdebatte rund um Topspiele in der Bundesliga.

