Ausgerechnet gegen PSG: Bayern-Held Coman blickt auf CL-Triumph zurück

Sebastian Mittag
Foto: Getty Images

Kingsley Coman hat sich mit einem einzigen Moment unsterblich beim FC Bayern gemacht – und dieser Moment bekommt vor dem Halbfinale gegen Paris Saint-Germain eine neue Aktualität. Der Franzose erzielte im Champions-League-Finale 2020 gegen seinen Ex-Klub den entscheidenden Treffer und schrieb damit Vereinsgeschichte.


Im Gespräch mit den Klubmedien des FC Bayern blickte der 29-Jährige nun auf diesen besonderen Augenblick zurück – und zeichnete ein Bild, das so gar nicht dem klassischen Fußball-Märchen entspricht. Statt Pathos und Zeitlupe beschreibt Coman den Moment als pure Instinktreaktion.

„Es ist nicht wie im Film, wo die Zeit stehen bleibt und du denkst: Jetzt ist mein Moment. Du hast keine Zeit zu überlegen, du läufst einfach dorthin, wo du glaubst, dass der Ball hinkommen könnte – und plötzlich ist er da“, erklärte der Offensivspieler.

Auch an die unmittelbare Reaktion nach dem Treffer erinnert er sich eher verschwommen. „Vielleicht der Schrei von Thomas nach dem Tor. Ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich ihn gehört habe. Ich erinnere mich eher an den Moment, an dem ich die Augen geöffnet und gesehen habe, dass der Ball drin ist.“

Ein Tor für die Ewigkeit – und eine kleine Überraschung

Besonders bemerkenswert: Coman erzielte sein vielleicht wichtigstes Tor ausgerechnet per Kopf – einer Disziplin, die nicht unbedingt zu seinen Stärken zählt. „Kopfbälle waren nie meine größte Stärke. Also wollte ich ihn einfach so sauber wie möglich treffen“, gab er offen zu.

Dass die Ausführung nicht perfekt war, spielte am Ende keine Rolle. „Die Ausführung war vielleicht nicht nach Lehrbuch, aber der Ball ging genau dorthin, wo er hinmusste, mit der Wucht, die es brauchte. Am Ende ist nur das wichtig“, so Coman.

Der Treffer gegen PSG ist bis heute einer der prägendsten Momente der jüngeren Bayern-Geschichte – und macht das kommende Halbfinale für den Franzosen zu einer ganz besonderen Angelegenheit.

Klare Haltung vor PSG-Duell

Kingsley Coman
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Trotz seiner Vergangenheit bei beiden Vereinen ist Comans Position eindeutig. „Ich trage beide Vereine in meinem Herzen, aber Bayern ist das jüngere Kapitel“, erklärte er und machte klar, wo seine Sympathien aktuell liegen.

„Deshalb ist klar, dass ich dieses Mal Bayern die Daumen drücke“, so der 29-Jährige. Gleichzeitig zollte er seinem ehemaligen Klub großen Respekt und warnte vor der aktuellen Stärke der Pariser: „Für mich ist es das beste Paris aller Zeiten.“

Coman erwartet ein Duell auf höchstem Niveau. „Es treffen die beiden Mannschaften aufeinander, die in dieser Saison den intensivsten und attraktivsten Fußball spielen“, betonte er.

Einen leichten Vorteil sieht er dennoch beim FC Bayern – vor allem in der Mentalität. „Bei Bayern ist Gewinnen fast selbstverständlich. Die Liga zu gewinnen, weit zu kommen: Das wird erwartet. Dieser Anspruch schärft den Kopf.“

Diese Siegermentalität sei für ihn die prägendste Erfahrung seiner Zeit in München gewesen. „Bei Bayern habe ich erfahren, was es bedeutet, in einer Mannschaft zu spielen, die gewinnen muss – und die gewinnen wird.“

Ein Satz, der auch vor dem Halbfinale gegen PSG wieder an Bedeutung gewinnt.

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