Kimmich trotz 4:5 optimistisch: „Da ist noch was möglich!“

Vjekoslav Keskic
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Was für ein Fußballabend im Prinzenpark – und was für ein Gefühl danach beim FC Bayern. Trotz der spektakulären 4:5-Niederlage im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain herrscht bei den Münchnern keine Resignation, sondern vielmehr Zuversicht. Mittelfeldchef Joshua Kimmich brachte dieses ungewöhnliche Stimmungsbild nach dem Spiel treffend auf den Punkt.


„Es fühlt sich jetzt nach dem Spiel komisch an, weil wir natürlich verlieren. Wir verlieren mit einem Tor“, erklärte der 31-Jährige bei Prime Video. Und dennoch schwang sofort Hoffnung mit: „Man sitzt schon in der Kabine und hat das Gefühl, da ist noch etwas möglich.“

Kimmich sieht starke Bayern – und klare Fehler

Dabei begann die Partie aus Sicht der Bayern vielversprechend. „Ich fand uns ehrlicherweise sehr gut am Anfang. Die ersten 15, 20 Minuten“, so Kimmich. In dieser Phase hätte der Rekordmeister sogar nachlegen können: „Ich glaube, da müssen wir das 2:0 machen mit Michael, der dann allein vorm Tor ist.“

Stattdessen kippte das Spiel durch eigene Fehler. „Wir machen dann einen Querpass, haben einen Fehlpass im Aufbau, wo wir eigentlich Paris so ein bisschen ins Spiel bringen“, analysierte der Nationalspieler. Besonders ärgerlich sei zudem ein Gegentor nach Standardsituation gewesen: „Das darf uns auf gar keinen Fall passieren.“

Auch bei den Schiedsrichterentscheidungen zeigte sich Kimmich kritisch, insbesondere beim Handelfmeter vor der Pause. „Den Handelfmeter habe ich nicht nochmal gesehen. Auch eher Kategorie unglücklich“, sagte er und ging sogar einen Schritt weiter: „Ich finde, da könnte man schon die Regel anpassen, dass nicht jedes Handspiel im Sechzehner ein Elfmeter ist.“

Trotz Rückstand: Bayern glaubt an das Comeback

Bayern vs. PSG
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Trotz zwischenzeitlichem 2:5-Rückstand bewiesen die Bayern Moral und kämpften sich zurück ins Spiel. Genau das stimmt Kimmich optimistisch für das Rückspiel in München. „Wir haben zumindest eine sehr gute Reaktion gezeigt“, betonte er.

Das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre, ließ ihn nicht los: „Man stand so ein bisschen auf dem Platz und dachte so, boah, was ist denn hier los, weil drei Tore schlechter waren wir auf gar keinen Fall.“

Gerade die Schlussphase habe gezeigt, dass die Münchner das Spiel wieder besser kontrollieren konnten. „Man hat schon das Gefühl, dass wirklich noch was drin ist, auch wenn wir das Hinspiel unglücklich verloren haben.“

Die Ausgangslage vor dem Rückspiel ist für Kimmich klar – und zugleich trügerisch einfach: „Wir müssen in Anführungszeichen nur gewinnen. Also das ist das Komische, das ist gefährlich.“

Dennoch überwiegt der Glaube an die eigene Stärke. „Ich hab mich noch nie so einverstanden mit der Niederlage gesehen“, erklärte der Mittelfeldspieler und brachte damit die besondere Dynamik dieses Spiels auf den Punkt.

Sein Fazit fällt trotz allem selbstbewusst aus: „Ich glaube schon, dass wir gewinnen können.“ Und weiter: „Die Ausgangssituation ist einfach. Wir müssen gewinnen und am Ende werden wir alles dafür tun, dass wir gewinnen werden.“

Die Botschaft aus der Bayern-Kabine ist damit eindeutig: Diese Niederlage hat den Glauben nicht zerstört – sondern eher noch verstärkt.

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