„Nicht untergehen“: Schweinsteiger bremst Bayern-Erwartungen gegen PSG

Vjekoslav Keskic
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Vor dem Champions-League-Halbfinale zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain meldet sich mit Bastian Schweinsteiger eine Klub-Legende zu Wort – und schlägt dabei überraschend vorsichtige Töne an. Während viele ein Offensivspektakel erwarten, sieht der Weltmeister von 2014 vor allem die Gefahren, die im Prinzenpark auf die Münchner warten.


„Normalerweise könnte man davon ausgehen, dass viele Tore fallen, weil beide Offensiven eine enorme Qualität haben“, erklärte Schweinsteiger im Gespräch mit der Abendzeitung München. Mit Blick auf die enorme Durchschlagskraft beider Teams scheint ein torreiches Spiel wahrscheinlich – doch genau darin sieht der ehemalige Mittelfeldspieler auch ein Risiko für den deutschen Rekordmeister.

Denn anders als Trainer Vincent Kompany, der jedes Spiel gewinnen will, würde Schweinsteiger ein anderes Ergebnis bereits unterschreiben. „Selbst ein 1:1 wäre gut für sie“, betonte der 41-Jährige. Entscheidend sei vor allem, dass sich die Bayern eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in München sichern.

Schweinsteiger setzt auf Heimvorteil im Rückspiel

Die Einschätzung des Ex-Profis basiert vor allem auf der Bedeutung des Rückspiels in der Allianz Arena. „Die Allianz Arena wird mit Sicherheit noch einmal

einen Punch dazugeben“, erklärte Schweinsteiger und unterstrich damit den Faktor Heimvorteil.

Gerade deshalb sei es aus seiner Sicht essenziell, dass die Münchner in Paris nicht den Faden verlieren. „Entsprechend wäre es wichtig, dass sie nicht untergehen“, stellte er klar. Die Botschaft ist deutlich: Kontrolle statt Risiko – zumindest im Hinspiel.

Diese Herangehensweise könnte jedoch im Widerspruch zur Spielphilosophie von Kompany stehen, der für seinen mutigen Offensivfußball bekannt ist. Die Aufholjagd beim 4:3 in Mainz hat einmal mehr gezeigt, dass die Bayern auch in schwierigen Situationen auf Angriff setzen.

Große Worte für Olise – Vergleiche mit Robben und Ribéry

Michael Olise
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Ein Thema, bei dem sich Schweinsteiger und die aktuelle Bayern-Mannschaft einig sind, ist Michael Olise. Der französische Offensivspieler hat sich in kürzester Zeit zu einem Schlüsselspieler entwickelt – und wird auch von der Klub-Legende in den höchsten Tönen gelobt.

„Er gehört in die Abteilung Weltklasse“, erklärte Schweinsteiger. Besonders beeindruckt zeigt er sich von Olises Spielweise: „Er ist unglaublich schwer zu greifen, weil er unfassbar leichtfüßig und wendig ist. Er macht seine Aktionen auch immer im richtigen Moment, sein Timing ist also fantastisch.“

Interessant ist auch der Vergleich mit früheren Bayern-Stars. Während Olise in seinem Spiel an Arjen Robben erinnere, sieht Schweinsteiger noch Entwicklungspotenzial. „Ich würde ihn gerne öfter mit seinem rechten Fuß sehen. Das hat Franck Ribéry zu meiner Zeit ausgezeichnet“, so der 41-Jährige.

Auch abseits des Platzes hebt Schweinsteiger die Persönlichkeit des Franzosen hervor. Dessen zurückhaltende Art empfindet er als erfrischend: „Ich finde das sehr sympathisch, und wenn er so seine Energie bekommt, ist es doch für Bayern super.“

Am Ende bleibt die Ausgangslage klar: Der FC Bayern trifft auf einen Gegner auf Augenhöhe – und muss laut Schweinsteiger vor allem eines vermeiden: in Paris den Halt zu verlieren. Denn dann könnte das Rückspiel in München zum entscheidenden Trumpf werden.

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