Der FC Bayern wendet in letzter Sekunde die Heimniederlage gegen den 1. FC Heidenheim ab. Nach einem wilden Hin und Her erzielt der Rekordmeister in der Nachspielzeit den Ausgleich.
Vincent Kompany veränderte seine Startelf im Vergleich zum Champions-League-Duell gegen Paris Saint-Germain auf sieben Positionen. Lediglich Jonathan Tah, Josip Stanisic, Aleksandar Pavlovic und Jamal Musiala standen erneut von Anfang an auf dem Rasen. Einer der sieben Neuen war der 18-jährige Bara Ndiaye, der wie schon gegen Mainz beginnen durfte.
Wie zu erwarten übernahm der Rekordmeister von Beginn an die Kontrolle in der heimischen Allianz Arena und ließ den Ball in den eigenen Reihen laufen, allerdings ohne wirklich große Gefahr auszustrahlen. Für die erste Torannäherung sorgte Hiroki Ito, der es aus der zweiten Reihe versuchte. Sein Schuss ging knapp am rechten Pfosten vorbei (20.).
Für das erste Tor sorgten dann aber die Gäste. Nach einer Ecke landete der zweite Ball bei Busch, der die Kugel in hohem Bogen wieder zurück in den Strafraum brachte. Dort schaltete Budu Zivzivadze am schnellsten und spitzelte den Ball mit dem ersten Kontakt an Urbig vorbei zum 0:1 (22.).
Die Heidenheimer versuchten im Anschluss immer wieder, hinter die letzte Kette der Bayern zu kommen, und wurden erneut belohnt: Mit einem langen Ball war es erneut Busch, der seinen Mitspieler in Szene setzte. Dinkci setzte sich im Laufduell gegen Tah durch, umkurvte den herauseilenden Urbig und schob ins leere Tor zum 0:2 ein (31.).
Ruhender Ball sorgt für Anschlusstreffer
Die Gastgeber taten sich im ersten Durchgang extrem schwer. Trotz deutlich mehr Ballbesitz fehlte das nötige Tempo, um die Defensive der Heidenheimer zu knacken. Die Mannschaft von Frank Schmidt verteidigte konzentriert und versuchte, immer wieder Nadelstiche zu setzen.
Für den Dosenöffner sorgte dann eine Standardsituation. Nachdem Musiala rund 22 Meter vor dem Tor gefoult wurde, schnappte sich Leon Goretzka die Kugel und verwandelte den Freistoß sehenswert zum 1:2 (44.). Nur eine Minute später verfehlte Musialas Schlenzer das Tor nur knapp (45.). Kurz darauf pfiff Schiedsrichter Frank Willenborg zur Pause.
Goretzka schnürt den Doppelpack
Kompany reagierte bereits in der Halbzeit auf die schwachen ersten 45. Minuten und wechselte gleich viermal: Joshua Kimmich, Michael Olise, Luis Diaz und Harry Kane kamen für Pavlovic, Stanisic, Ndiaye und Musiala. Die Wechsel machten sich von Beginn des zweiten Durchgangs an bemerkbar. Der Tabellenführer hatte spürbar mehr Zugriff auf das Spiel und kam durch Jackson (54.) und Kim (56.) zu guten Gelegenheiten.
In der 58. Minute war es dann erneut Leon Goretzka, der nach einem ruhenden Ball traf. Nach einem Eckball von Olise drückte der zentrale Mittelfeldspieler die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie zum 2:2 (58.).

Bayern mit dem Lucky-Punch in der Nachspielzeit
Im Anschluss schnürte der Rekordmeister Heidenheim weiter hinten ein und traf durch einen Distanzschuss von Kimmich den Pfosten (67.). Doch auch die Gäste waren nicht abgemeldet. Ibrahimovic bediente Dinkci, der aus fünf Metern am überragend reagierenden Urbig scheiterte (68.). Wenig später war der Bayern-Torhüter dann ohne Chance. Nach einer Ecke für Bayern machte Heidenheim das Spiel schnell und konterte eiskalt. Zivizivadze setzte sich über links durch, zog ins Zentrum und schlenzte das Spielgerät in den Winkel zum 2:3 (76.)
Nachdem zunächst fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt worden waren, ging das Spiel nach einer Verletzungsunterbrechung bis in die zehnte Minute der Nachspielzeit. Und genau in dieser versuchte es Michael Olise noch einmal aus der Distanz. Sein Versuch landete am Pfosten, von wo der Ball an den Rücken von FCH-Keeper Ramaj und zum 3:3 ins Tor sprang.
Die Bayern wenden wie schon in Mainz, trotz zeitweise deutlichem Rückstand, eine Niederlage ab. Eine geglückte Generalprobe für das Rückspiel in der Königsklasse gegen PSG war es trotzdem nicht.
Für den FC Bayern geht es am Mittwochabend um 21 Uhr in der Champions League weiter. Dann steht das Halbfinal-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain an.


