Das historische 5:4 zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern sorgt weiterhin für hitzige Diskussionen – und PSG-Coach Luis Enrique hat nun deutlich auf Kritik reagiert. Dabei wählte der Spanier ungewöhnlich klare Worte.
Während Fans und Medien weltweit das torreiche Halbfinal-Hinspiel als eines der besten Spiele der Champions-League-Geschichte feierten, gab es auch kritische Stimmen. Vor allem ehemalige Profis wie Wayne Rooney oder Clarence Seedorf bemängelten die Defensivarbeit beider Teams.
Luis Enrique zeigte für diese Einschätzungen wenig Verständnis – und wurde auf der Pressekonferenz ungewöhnlich deutlich: „Es ist wie im Leben: Meinungen gibt es überall. Ich finde, es ist nicht wichtig, alle Meinungen zu respektieren. Beschissene Meinungen muss man nicht respektieren.“
Für den PSG-Coach ist klar, dass die Mehrheit den Fußball so liebt, wie er im Prinzenpark zu sehen war: offensiv, intensiv und spektakulär. „Es gibt Leute, die Fußball so mögen, wie er gespielt wurde. Das ist die Mehrheit, und ich gehöre dazu“, stellte er klar.
„Unglaubliches Niveau“ statt Defensivschwäche
Auch inhaltlich widersprach Enrique der Kritik deutlich. Für ihn lag die Ursache der vielen Tore nicht in schwacher Abwehrarbeit, sondern in der außergewöhnlichen Qualität der Offensivspieler beider Teams.
„Es war ein sehr spektakuläres Spiel, weil die Angreifer beider Mannschaften die Verteidiger häufig überwunden haben. Aber nicht, weil sie defensiv schlechte Arbeit geleistet hätten“, erklärte der Spanier. Vielmehr sei genau das der Grund gewesen, warum dieses Spiel ein so außergewöhnliches Niveau erreicht habe.
Bereits direkt nach Abpfiff hatte Enrique das Duell als „bestes Spiel, das ich als Trainer erlebt habe“ bezeichnet – eine Einschätzung, die nicht überall auf Zustimmung traf.
Matthäus widerspricht – Kompany bleibt sich treu

Lothar Matthäus zeigte sich über diese Aussage verwundert und ordnete sie kritisch ein: „Ich glaube, aus ihm sprach der Fan, als Trainer kann er mit seiner Defensive nicht zufrieden sein.“
Eine taktische Kehrtwende ist im Rückspiel dennoch nicht zu erwarten. Weder PSG noch der FC Bayern planen, von ihrem offensiven Ansatz abzurücken.
Vincent Kompany machte die Haltung der Münchner deutlich: „Das Entscheidende ist, den Glauben zu haben, dass man so gewinnen kann. Wir wollen nicht verlieren, und genau das macht uns stark.“ Gleichzeitig betonte er: „PSG würde seinen Stil, der ihnen die Champions League eingebracht hat, auch nie ändern.“
Damit ist klar: Auch im Rückspiel in der Allianz Arena dürfte erneut ein offener Schlagabtausch bevorstehen. PSG kommt als Titelverteidiger mit enormer Offensivpower, während die Bayern aktuell als torgefährlichste Mannschaft Europas gelten.
Das Hinspiel hat die Erwartungen bereits übertroffen – und die Aussagen von Enrique zeigen: Die Diskussion um Risiko, Spektakel und Defensivarbeit wird auch nach dem Rückspiel weitergehen.


